Ryanair legt formelles Übernahmeangebot für Aer Lingus vor: Nachbesserung erwartet
- Kurs der Aktien liegt derzeit über dem Angebot
Im Übernahmepoker um die irische Fluggesellschaft Aer Lingus hat Europas größter Billigflieger Ryanair sein Übernahmeangebot jetzt formell vorgelegt. Rynair-Chef Michael O'Leary, warnte in dem Dokument die Aktionäre von Aer Lingus, sie würden Geld verlieren, wenn sie nicht auf das Offert eingingen. Ryanair bietet für den Konkurrenten, der das Ansinnen als feindlich zurückgewiesen hatte, insgesamt 1,48 Mrd. Euro oder 2,80 Euro je Aktie.
Nach Einschätzung von Beobachtern wird der Billigflieger, der bereits 19,2 Prozent an Aer Lingus hält, sein Offert vermutlich aufstocken. Derzeit kann Ryanair keine weiteren Anteile an dem Konkurrenten erwerben, weil der Kurs der Aer-Lingus-Aktie über dem Angebot liegt. O'Leary erklärte, falls das Offert nicht angenommen werde, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Aktienkurs des Konkurrenten deutlich nachgeben werde. Aer Lingus werde sich allein als kleine regionale Fluggesellschaft in dem hart umkämpften Markt behaupten müssen.
Gegen das Ryanair-Offert hat sich bereits die irische Regierung ausgesprochen, die 25,1 Prozent an Aer Lingus hält. Auch der Pensionsfonds der Piloten (2,5 Prozent) und der irische Telekommogul Denis O'Brien (2,1 Prozent) sind dagegen. Bei der Ankündigung der Übernahme Anfang Oktober hatte O'Leary erklärt, Ryanair wolle nach Möglichkeit 100 Prozent an Aer Lingus kaufen, aber auch 50,1 Prozent wären ausreichend. (apa)

