"Lasst unsere Elf nicht im Stich!": ÖFB-Mannschaft enttäuscht von Fans & Medien
- Keine Verabschiedung & keine Presse in Quartier
- "Haben eine EM vor uns und brauchen die Fans!"
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Die österreichischen Fußball-Teamspieler fühlen sich nach dem mühevollen 2:1-Auswärtssieg gegen Liechtenstein von einigen Fans und den Medien schlecht behandelt. Auf eine Verabschiedung von den mitgereisten Anhängern im Stadion verzichteten die Kicker, nachdem diverse Schlachtenbummler in Vaduz Anti-Hickersberger- sowie vor allem Anti-Stickler-Sprechchöre gestartet und beim 0:1-Rückstand "Färöer"-Gesänge angestimmt hatten.
Angeblich hätten einige Fans sogar versucht, die Spieler von der Tribüne aus anzuspucken. "Jetzt hat das Resultat halbwegs gepasst, da finde ich es schade, dass man sich nicht mit den Fans darüber freuen kann", sagte Teamkapitän Andreas Ivanschitz.
Martin Stranzl, der das Match wegen einer Zehenverletzung von der Bank aus mitverfolgen musste, suchte nach dem Schlusspfiff das Gespräch mit den erbosten Anhängern. "Die Fans wollten einfach in die Mannschaft reinhören, wie die Lage ist. Sie wollten ihren Frust ablassen, aber nicht die Mannschaft niedermachen. Ich habe ihnen gesagt, dass eine junge Mannschaft am Werk ist, die noch Zeit braucht."
Stranzl appelliert an ÖFB-Fans
Der Spartak-Moskau-Legionär appellierte an die Anhänger, die ÖFB-Auswahl nicht im Stich zu lassen. "Wir haben eine EM vor uns und brauchen die Fans. Sie müssen nicht glauben, dass wir mit dem, was wir gespielt haben, zufrieden sind."
Nicht nur mit einigen Fans, auch mit den Medien haben die Teamspieler ihre Probleme. So wurde Journalisten ab sofort der Zutritt ins Teamhotel untersagt, wobei aber die Pressekonferenz ebendort stattfand. "Die Spieler haben ein Recht auf eine gewisse Freizeit, ohne dass immer Journalisten oder Fotografen daneben sind", begründete Hickersberger.
Stranzl ("Die Mannschaft und der Teamchef wollen das so") bestritt zudem, dass die Presse als Feindbild herhalten muss, um gruppendynamische Prozesse in Gang zu setzen und damit den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft zu stärken. "Das Team arbeitet nicht mit Feindbildern. Dass teilweise Sachen unter die Gürtellinie gehen, muss man akzeptieren", sagte der Burgenländer, der die Meinung vertrat, im März des Vorjahres hätten sich mitgereiste Journalisten nicht über den 2:0-Sieg des Teams in der WM-Qualifikation in Wales gefreut, sondern auf eine Niederlage gehofft.
(apa/red)










