Kuljic & Co. dachten an schlechten Scherz: Sion-Trainer wirft in Halbzeitpause Handtuch
- Hatte das Gefühl, dass Spieler nicht hinter ihm stehen
- Bis Nachfolger ernannt wird, übernehmen Assistenten
Nach nur vier Monaten im Amt hat Nestor Clausen, Trainer des Schweizer Fußball-Super-League-Klubs FC Sion, seinen Rücktritt bekannt gegeben. Etwas unpassend war der Zeitpunkt, den sich der Argentinier dafür ausgesucht hatte. Er gab seine Entscheidung in der Pause des Cup-Spiels bei La Chaux-de-Fonds (3:1) bekannt. Grund wurde vorerst keiner genannt. ÖFB-Teamstürmer Sanel Kuljic hatte Sions Sieg mit einem lupenreinen Hattrick in der zweiten Hälfte sichergestellt.
Clausen selbst nannte keine Gründe für seinen spektakulären Abgang. Wie schon nach der UEFA-Cup-Niederlage in Leverkusen verweigerte er sämtliche Interviews. Selbst Präsident Christian Constantin hatte mit dem am Freitag 44 Jahre alt gewordenen Weltmeister von 1986 keinen Kontakt mehr, seit er sich am Sonntagabend in La Chaux-de-Fonds von ihm verabschiedet hatte.
Laut Constantin sagte der Argentinier der Mannschaft in der Halbzeit, er habe das Gefühl, dass einige Spieler nicht mehr hinter ihm stünden. Der Co-Leader der Schweizer Super League lag zur Pause gegen den Challenge-League-Vertreter (zweite Leistungsstufe) mit 0:1 im Rückstand, ehe ein Hattrick von Österreichs Teamstürmer Sanel Kuljic dem Cupverteidiger noch die Achtelfinal-Qualifikation eintrug.
Die Spieler hatten laut Constantin geglaubt, Clausen habe das Team mit seiner (ernst gemeinten) Aussage lediglich aus der Lethargie reißen wollen. "Ich selber war eigentlich zufrieden mit der Arbeit, die er geleistet hat. Mit dem Rücktritt hat er mich auf dem falschen Fuß erwischt", sagte Constantin.
Bis zur Ernennung eines Nachfolgers werden die bisherigen Assistenten, der Schweizer Ex-Internationale Frederic Chassot und der Argentinier Carlos Armua, das Training von Sanel Kuljic und Co. leiten.(APA/red)
