Inter-Boss Moratti gibt Lauschangriff zu: Star-Stürmer Vieri vom Klub-Boss abgehört
- Spionage-Affäre in Italien: Lange Berufssperre droht
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Inter Mailand-Chef Massimo Moratti gerät immer tiefer in den Sumpf des italienischen Abhörskandals. Der Mailänder Großunternehmer hat vor dem Staatsanwalt des italienischen Fußballverbands, Francesco Saverio Borrelli, zugegeben, die Telefongespräche seines damaligen Stars Christian Vieri belauscht zu haben, um sein Leben außerhalb des Spielfelds auszuspionieren. Vieri wurde mit Hilfe einer Privatdetektei mit Verbindungen zur Telecom Italia bespitzelt.
Im Gespräch mit Borrelli erklärte Moratti, er wolle sich bei Vieri entschuldigen. Der Starspieler will jedoch die Telecom Italia und den Klub anzeigen und Schadenersatz fordern. Wegen des Lauschangriffs gegen Vieri droht Moratti eine dreimonatige Berufssperre.
Der Erdölmagnat Moratti, der seit 1995 Inter-Präsident ist, bestritt dagegen, dass der Klub 2002 einen Detektiv beauftragt hatte, den Ex-Schiedsrichter Massimo De Santis zu belauschen. Über den Referee wurde im Juli wegen Absprachen mit italienischen Klubs ein vierjähriges Berufsverbot verhängt.
Staatsanwalt Borrelli will in Zusammenhang mit der Affäre weitere Inter-Manager vernehmen, darunter Vizepräsident Carlo Buora, der auch ein hochrangiger Verantwortlicher der Telecom Italia ist, sowie den zweiten Vizepräsidenten von Inter, Riccardo Ghelfi. Dieser soll die Lauschangriffe auf Vieri bezahlt haben.
(apa/red)
