Erster Matchball für Schumacher in Japan: Duell gegen Alonso biegt auf die Zielgerade
- Vorteil Ferrari: WM-Leader schwärmt von Suzuka
- Alonso sauer auf Renault: "Mannschaft hilft mir nicht"
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An der Stätte seines ersten WM-Triumphes mit Ferrari will Formel-1-Ass Michael Schumacher den mit seinem Team hadernden Titelverteidiger Fernando Alonso am liebsten schon in Suzuka abservieren. Doch auch wenn der nach fast zwei Jahren erstmals wieder führende Ferrari-Fahrer rechtzeitig vor der Renn-Rente wieder zur Bestform aufgelaufen ist, rechnet Schumacher mit einem Kampf bis auf den letzten Meter in den letzten beiden Rennen seiner Karriere.
"Es wird sicher ein toller Fight - ich liebe so etwas", schwärmte Schumacher vor dem Grand Prix von Japan und ließ keinen Zweifel am großen Ziel: "Wir sind alle heiß auf die Titel." Schumacher strahlt Ruhe und Gelassenheit aus. "Der Kurs ist ein Traum, vor allem der erste Sektor. Den zu fahren ist einfach klasse: die S-Kurven, der Rhythmus - geil", meinte er bereits ungewohnt überschwänglich und fügte hinzu: "Jetzt beginnt die WM bei Null, mehr kann man doch nicht wollen."
Kaum ein Ort könnte für den Karaoke-Fan besser sein, um seinen achten WM-Titel einzufahren, als die Strecke in Japan, auf der zum vorerst letzten Mal gefahren wird. Zwei (2000 und 2003) seiner sieben WM-Titel hat er dort fixiert, insgesamt sechsmal (1995 im Benetton, den Rest im Ferrari) hat er auf der in einem Vergnügungspark liegenden Strecke gewonnen. Und nun könnte der 37-Jährige dort auch seine Achterbahn-Fahrt der vergangenen 24 Monate mit einer grandiosen Feier beenden.
Vorteil Schumacher in Suzuka
Trotz Punktegleichheit (116:116) heißt es vor den Rennen in Japan sowie seinem 250. und letzten Grand Prix am 22. Oktober in Sao Paulo: Vorteil Schumacher. Dank seiner sieben Saisonsiege gegenüber den sechs Erfolgen von Alonso liegt der Deutsche vorn. Sollte er auch in Suzuka gewinnen und Alonso leer ausgehen, tritt Schumacher nur noch zum Schaulaufen in Brasilien an und anschließend ab.
"Wir wollen unsere Performance unbedingt beibehalten. Wir haben in der zweiten Hälfte der Saison eindeutig die bessere Arbeit abgeliefert", stichelte Schumacher in Richtung des Rivalen im Renault. Alonso büßte nämlich in den vergangenen drei Monaten seit seinem letzten Sieg am 25. Juni nicht nur 25 Punkte und den Spitzenplatz ein, sondern offenbar auch an Unterstützung seitens seines Teams, das er am Saisonende verlässt.
Alonso sauer: "Die Mannschaft hilft mir nicht"
Öffentlich beklagte der zukünftige McLaren-Mercedes-Mann nach den Patzern in Schanghai, im Stich gelassen zu werden: "Die Mannschaft hilft mir nicht. Die ist viel mehr auf den Konstrukteur-Titel fokussiert." Eine klare Ansage des jüngsten Weltmeisters der Geschichte, der heuer aber Nerven zeigt. "Komm nicht mit einem Messer zu einer Schießerei, Michael", hatte es in Shanghai in Anlehnung an den Piraten-Film "Fluch der Karibik" auf einem Boxen-Plakat geheißen. Doch Alonso schnitt sich dann bekanntlich ins eigene Fleisch und wittert nun eine Verschwörung im eigenen Team.
Ob Alonso die Nummer 1 des Fahrer-Weltmeisters zu McLaren mitnehmen kann, ist derzeit mehr als fraglich. In Suzuka hat der Asturier noch nie gewonnen. Offen ist auch noch, wer bei McLaren sein Teamkollege wird. Frank Williams hat McLaren-Teamchef Ron Dennis aber bereits empfohlen, den jungen britischen GP2-Sieger Lewis Hamilton (21) ins zweite Silberpfeil-Cockpit zu setzen.
"Nicht dass ich Ron sagen will, wie er seinen Job zu tun hat. Ich an seiner Stelle würde aber nicht zögern. Ich selbst bin mit dem jungen Nico Rosberg hervorragend gefahren und eines darf man auch nicht übersehen. Junge Fahrer kosten weniger", sagte Wurz-Teamchef Williams im "Daily Telegraph".
(apa/red)
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