Aufregung über Doping-Betrug: Lässt Fleckenreiniger EPO-Spuren verschwinden?
- Berichte in Schweizer Medien sorgen für Aufruhr
- Auch Deutscher Jan Ullrich unter den Verdächtigen
Für Aufregung sorgt ein Bericht in Schweizer Medien zum Thema Doping: Offenbar gibt es eine Möglichkeit, mittels eines Waschpulvers den Nachweis von EPO-Doping zu verhindern. Mehrere Radsportler sollen so die Einnahme des illegalen Mittels vertuscht haben. Einer der Verdächtigen ist der Deutsche Jan Ullrich.
Das berichten der Schweizer TV-Sender SF1 und die "Neue Zürcher Zeitung" ("NZZ"). Der Fleckenreiniger Protease soll bei Urinproben das verbotene Mittel abbauen bzw. manipulieren. Protease ist ein Enzym, das auch in Waschmitteln vorkommt.
Der Verdacht wird durch die Tatsache verstärkt, dass sich zuletzt Proben bei Radsportlern häuften, in denen überhaupt kein Erythropoietin (EPO) mehr nachgewiesen werden konnte - auch kein körpereigenes.
Die Vorgangsweise klingt unverschämt: Bei Dopingkontrollen steckt der Athlet eine Prise Protease in die Hosentasche, greift unmittelbar vor dem Urinieren hinein und pinkelt dann über den Finger. Schon geringe Mengen des Enzyms sollen genügen, um die Eiweiße im Urin (und damit das EPO) innerhalb von Minuten abzubauen. Protease ist billig und rezeptfrei erhältlich - und somit ein fast ideales Hilfsmittel für betrügerische Athleten.
(red)
