"Imaginierte Treffen": Autor Günther Grass kocht öfters für tote Persönlichkeiten
- Literatur-Nobelpreisträger stellt sich Gespräche vor
- Berühmte Gäste: Montaigne, Mann oder Brandt
·Grass-Biografie schon fast vergriffen
Nobelpreisträger gesteht Mitgliedschaft bei der SS
Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass kocht manchmal für tote Persönlichkeiten. Bei diesen "imaginierten Treffen" bereite er ein speziell zusammengestelltes Mahl zu, decke den Tisch für zwei und stelle sich die Tischgespräche vor, berichtete Grass auf der Frankfurter Buchmesse.
Für den Essayisten Michel de Montaigne (1533-1592) habe er wegen dessen Nierenleidens zum Beispiel "etwas Leichtes" gekocht, Kalbsbries mit Pilzen. Auch der Autor Heinrich Mann und SPD-Politiker Willy Brandt seien schon bei ihm zu Gast gewesen, sagte Grass.
Der Schriftsteller, der 1999 den Nobelpreis für Literatur erhalten hat, gestand auf der Messe, er sei bis heute unsicher mit der deutschen Rechtschreibung. Grass plädierte für eine weitgehende Freigabe der Schreibweise: Sprache sei immer im Fluss. "Jede allzugroße Festlegung ist der Sprache hinderlich."(apa/red)
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