Nach Blutbad an US-Schule: Opfer des Massakers in Amish-Gemeinde beigesetzt
- Fünftes totes Mädchen wird erst später bestattet
- Zwei Geiseln waren angeblich selbstlose Helferinnen
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Die Opfer des Massakers an einer US-Schule wurden beigesetzt. Zahlreiche Mitglieder der Religionsgemeinschaft Amish haben an der Beisetzung teilgenommen. Lange Kolonnen von Pferdewagen der Trauernden zogen durch die Stadt Nickel Mines, in der Gottesdienste in den Häusern der Angehörigen der toten Mädchen stattfanden.
Unterdessen berichtete der Fernsehsender ABC, zwei der Mädchen hätten den Geiselnehmer Charles Roberts aufgefordert, sie zuerst zu erschießen. Roberts hatte in der Amish-Dorfschule fünf Mädchen regelrecht hingerichtet. Nach der Tat erschoss sich der Mann selbst.
Während der Beerdigungen sperrte die Polizei die Straßen nach Nickel Mines und verhängte ein Flugverbot über dem Dorf. Damit sollten Medien davon abgehalten werden, die Trauernden aus Hubschraubern zu filmen. Die Mädchen wurden der Tradition entsprechend in Kiefernsärgen begraben. Metall wird nicht benutzt, da die Amish glauben, die menschlichen Überreste sollten nach dem Tod wieder zu Staub zerfallen.
Alle Mädchen wurden von weiblichen Verwandten ganz in Weiß gekleidet und dann in offenen Särgen aufgebahrt, so dass die Trauernden ihnen die letzte Ehre erweisen konnten. Jeweils mehrere Dutzend Kutschen folgten den Särgen auf ihrem Weg zum Friedhof. Das fünfte Opfer soll noch beerdigt werden.
Im Zuge der Gottesdienste wurde eine Heldengeschichte über zwei der Toten bekannt. Die Hebamme Rita Rhodes erzählte nach Angaben des Fernsehsenders ABC, die älteste Geisel sei vor Roberts getreten und habe ihn aufgefordert, sie zuerst zu erschießen. Die 13-jährige Marian Fisher habe damit ihre Klassenkameradinnen retten wollen. Danach habe Marians Schwester Barbie den Schützen aufgefordert: "Erschieß mich als zweite!" Sie überlebte die Geiselnahme.
Verstärkt wurde die Trauer durch Berichte, ein sechstes schwer verletztes Opfer sei aus einer Klinik nach Hause gebracht worden, um dort zu sterben. Der Vater und Großvater von vier überlebenden Opfern berichtete in der "New York Times" unterdessen, die Mädchen hätten Roberts gefragt, warum er dies tue. "Und er sagte ihnen warum: Er ist böse auf Gott, er ist einfach verbittert. Er sagte ihnen, sie müssten für ihn beten, damit er dies nicht tut." (apa/red)
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