Sex-Affäre um Republikaner Foley: US-Repräsentantenhaus-Chef lehnt Rücktritt ab
- Hastert: "Ich bin tief betrübt, dass das passiert ist"
- Ethik-Ausschuss leitet Untersuchung des Falls ein
·2. Rücktritt in Sex-Affäre um US-Politiker
Republikaner ist enger Freund von Mark Foley
·USA: Sex-Skandal
bei Republikanern
Politiker belästigte junge Männer. Bush "angeekelt"
Der Präsident des US-Repräsentantenhauses, Dennis Hastert, hat einen Rücktritt wegen der Affäre um Sex- Botschaften eines Abgeordneten an Minderjährige abgelehnt. "Ich bin tief betrübt darüber, dass das passiert ist", sagte der republikanische Politiker mit Blick auf den Skandal um seinen Parteikollegen Mark Foley. Er selbst habe aber nichts falsch gemacht, fügte Hastert hinzu.
Foley hatte SMS und E-Mails mit anstößigen Inhalten an Praktikanten des Kongresses verschickt. Er trat von seinem Abgeordnetensitz zurück. Kritiker warfen Hastert daraufhin vor, nicht früh genug gehandelt zu haben und forderten seinen Amtsverzicht.
Hastert räumte ein, dass die Republikaner mit der Situation "im Rückblick" besser hätten umgehen können. Er und seine Parteikollegen hätten aber sofort gehandelt, als sie von den Vorwürfen gegen Foley erfahren hätten. Ein hochrangiger Berater der Republikaner hatte allerdings gesagt, Hasterts Stabschef habe bereits vor drei Jahren von dem Verhalten Foleys erfahren, und der Parlamentspräsident habe dies gewusst. Der Stabschef wies dies kategorisch zurück.
Unterdessen hat sich der Ethik-Ausschuss des Repräsentantenhauses mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung von Jugendlichen durch Foley befasst. Das Gremium, dem Republikaner und Demokraten zu gleichen Teilen angehören, beriet zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Unter Druck steht dabei auch die Führung der Republikaner, denn nur fünf Wochen vor den Kongresswahlen im November könnte der Skandal einen erheblichen Einfluss auf den Ausgang haben. (apa/red)
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