Donnerstag, 5. Oktober 2006

UNO erreicht Rekord bei Friedenskräften: Insgesamt 93.000 Mann weltweit im Einsatz

  • 18 Einsätze. Größte Mission läuft derzeit im Kongo
  • Knapp 400 Österreicher an UNO-Einsätzen beteiligt

Die Vereinten Nationen haben derzeit mit 93.000 Mann weltweit so viele Friedenskräfte im Einsatz wie noch nie. Wie die UNO bekannt gab, sind darunter derzeit fast 70.000 Soldaten. Innerhalb eines Jahres könne die Anzahl der Einsatzkräfte auf 140.000 Mann steigen, sagte der für Friedensmissionen zuständige Untergeneralsekretär Jean-Marie Guehenno auf einer Pressekonferenz.

Das anteilig meiste Personal bei den weltweit 18 Einsätzen haben die UNO mit 21.000 Mann derzeit im Kongo stationiert. Das zweitgrößte Kontingent ist mit 17.000 Kräften in Äthiopien und Eritrea im Einsatz. Guehenno äußerte sich besorgt über eine Überbeanspruchung der UNO. "Wie kann die internationale Gemeinschaft sich auf einmal auf so viele unterschiedliche Themen konzentrieren?", fragte der hochrangige UNO-Mitarbeiter.

Derzeit stocken die UNO die Zahl ihrer Kräfte im Libanon von gut 3.400 auf über 11.000 auf. Von der Zustimmung der sudanesischen Regierung hängt ab, ob die UNO - wie vom Sicherheitsrat beschlossen - mit über 27.000 Mann die Tötungen und Vertreibungen in der Krisenregion Darfur stoppen kann. Die Mitgliedstaaten stellen der UNO für Friedensmissionen Soldaten, Polizisten und Zivilkräfte zur Verfügung.

Österreich ist laut Verteidigungsministerium mit knapp weniger als 400 Mann an UNO-Einsätzen beteiligt. Die größte Mission der Österreicher ist im Nahen Osten: 375 österreichische Blauhelme versehen auf den Golan-Höhen ("United Nations Disengagement Observer Force"/UNDOF) ihren Dienst. (apa/red)

5.10.2006 09:31