58. Frankfurter Buchmesse eröffnet: 7.272 Aussteller aus 113 Ländern bedeuten Rekord
- "Kulturevent der Superlative": Fast 400.000 Titel
- Diesjähriges Gastland Indien mit 70 Autoren dabei

Trotz verhaltener Konjunkturaussichten in der Branche ist die 58. Frankfurter Buchmesse mit einer Rekordbeteiligung eröffnet worden. 7.272 Aussteller aus 113 Ländern werden auf der weltgrößten Bücherschau fast 400.000 Titel zeigen. 2.500 Veranstaltungen machen die Buchmesse nach den Worten ihres Direktors Juergen Boos zu "einem Kulturevent der Superlative". Gastland ist dieses Jahr Indien, das mit rund 70 Autoren und etwa 200 Verlagen vertreten ist.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) rief bei der Eröffnung der Messe zum Interesse an fremden Kulturen auf. Indien könne als Ehrengast mit seinen 20 Nationalsprachen und fast einer Milliarde Menschen zur kulturellen Vielfalt in einem einheitlichen Staat ermutigen. Indiens Bildungsminister Arjun Singh hob die Bedeutung von Büchern für Völkerverständigung, Entwicklung und Demokratie hervor.
Insgesamt wurden nach Angaben der Buchmesse vier Prozent mehr Fläche gebucht als im Vorjahr. Besonders gewachsen ist die Zahl der asiatischen Teilnehmer. Auch kleine und mittlere Verlage aus Deutschland seien wieder stärker vertreten.
Größtes Kontingent aus Deutschland
Das größte Kontingent auf der Buchmesse stellt Deutschland mit 3.288 Ausstellern, gefolgt von Großbritannien (803) und den USA (676). China hat auf der diesjährigen Buchmesse seine Standfläche fast verdoppelt, Taiwan und Thailand legten um jeweils 40 Prozent zu.
Indien - nach 1986 zum zweiten Mal Gastland der Messe - ist nach den Worten des Bundesaußenministers in Deutschland so präsent wie nie zuvor. "Indien weckt Neugier und findet Interesse bei den Deutschen - und das inzwischen nicht nur als eine der dynamischsten Wirtschaftsregionen der Welt."
Bücher als "Zugang zur Demokratie"
Der indische Bildungsminister Singh sagte, sein Land habe nicht nur eine lange Buchtradition, sondern auch "die weltweit größten Verlage und die höchste Zahl von Buchkäufern". Dank der Fortschritte bei der Alphabetisierung fänden in Indien derzeit auch viele früher unterprivilegierte Schichten Zugang zur Literatur. "Bücher ermöglichen es ihnen einerseits, sich selbst darzustellen und zu erforschen und bieten ihnen andererseits Zugang zur Demokratie."
Die indische Autorin Mahasweta Devi bekannte bei der Eröffnungsfeier: "Ich muss die einfachen Leute erreichen. Einfache Leser. Deshalb schreibe ich." Zu viele Menschen stünden heute vor dem Problem, nicht mehr kommunizieren zu können. Literatur könne die Menschen ermutigen: "Ich träume von einem Indien, in dem der Geist frei ist von Angst und man erhobenen Hauptes geht."
(apa/red)
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