Dienstag, 3. Oktober 2006

Wahlkampfversprechen gehalten: Prodi kürzt sein eigenes Gehalt um 30 Prozent!

  • Auch Minister müssen Gürtel enger Schnallen

Wie im Wahlkampf versprochen, gibt der italienische Regierungschef Romano Prodi ein gutes Beispiel und kürzt sich sein eigenes Gehalt um 30 Prozent. Dies bedeutet für Prodi einen Verlust von 36.901 Euro pro Jahr. Reduziert werden gleichfalls auch die Gehälter der Minister und der Staatssekretäre, geht aus dem Budgetentwurf 2007 hervor.

Die Gehaltskürzungen treten ab Jänner 2007 in Kraft. Die Minister werden zirka 24.000 Euro pro Jahr verlieren. Die Gehaltskürzungen werden dem Staat Einsparungen von 2,3 Millionen Euro jährlich bescheren.

Mit Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im Umfang von 33,4 Milliarden Euro will Italien im nächsten Jahr die Forderung der EU nach Einhaltung des Euro-Stabilitätspaktes erfüllen. Nach bestehenden EU-Auflagen muss Italien den Stabilitätspakt im kommenden Jahr wieder einhalten. Andernfalls rücken Sanktionen näher. Das Defizit in diesem Jahr liegt bei etwas über vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Stabilitätspakt erlaubt maximal drei Prozent.

Der Entwurf sei eine grundlegende Entscheidung für die Zukunft der italienischen Wirtschaft, sagte Wirtschaftsminister Tommaso Padoa Schioppa bei einer Ansprache vor der Abgeordnetenkammer. "Wir werden ein Land bekommen mit mehr sozialer Gerechtigkeit und mehr Solidarität", erklärte der Minister weiter. Die Opposition kritisierte den Etatentwurf als Angriff auf die Mittelklasse und kündigte eine Ablehnung im Parlament an. (apa)

3.10.2006 16:45