Machtkampf unter Palästinensern eskaliert:
Al-Aksa will Hamas-Führer umbringen
- Hinrichtung von Meshaal, Seyam & al-Zahar angedroht
Nach dem Tod von zehn Palästinensern bei Unruhen im Gaza-Streifen haben die Al-Aksa-Brigaden mit der Ermordung von Führungsmitgliedern der rivalisierenden Hamas-Bewegung gedroht. "Wir werden die Herrschaft des Volks und der Revolution einführen, indem wir die Köpfe dieser gefährlichen Gruppe hinrichten", hieß es in einer Erklärung. Ein Anrufer bei der Nachrichtenagentur AP nannte konkret den im Exil lebenden Hamas-Chef Khaled Meshaal, den palästinensischen Innenminister Saeed Seyam und seinen hochrangigen Mitarbeiter Youssef al-Zahar.
Die Al-Aksa-Brigaden sind eine Abspaltung der Fatah-Bewegung von Präsident Mahmoud Abbas. Fatah-Milizionäre schlossen tags zuvor mehrere Schulen im Gaza-Streifen und errichteten Barrikaden aus brennenden Reifen.
Die schwersten innerpalästinensischen Zusammenstöße seit Bildung der Hamas-Regierung im März wurden von Protesten im öffentlichen Dienst ausgelöst. Deren Angehörige haben zum Teil seit Monaten keinen Gehalt mehr bekommen, weil die Finanzmittel der Hamas-Regierung wegen des internationalen Boykotts erschöpft sind.
Gespräche über die Bildung einer gemeinsamen Regierung von Hamas und Fatah sind in der vorangegangenen Woche zusammengebrochen. Ein Ausweg aus der Krise könnten Neuwahlen darstellen. Allerdings erhielt Ministerpräsident Ismail Haniyeh von der Hamas bei einer am am Dienstag veröffentlichten Umfrage eine höhere Zustimmung als Abbas.
Trotz der kritischen Lage will die internationale Gemeinschaft einen neuen Anlauf zur Beilegung des palästinensisch-israelischen Konflikts unternehmen. US-Außenministerin Condoleezza Rice wird zu Gesprächen mit Abbas in Ramallah erwartet. In der saudiarabischen Stadt Jeddah rief sie zu einem Ende der Gewalt zwischen den Palästinensern auf. Die Hamas sei zur Regierung unfähig, so dass die Palästinenser "einen neuen Weg einschlagen" müssten, sagte Rice.
(apa/red)
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