Samstag, 7. Oktober 2006

Für Erneuerung in der Partei: Dinkhauser für Josef Pröll als Schüssel-Nachfolger

  • Tiroler AK-Präsident: "Die ÖVP hat Fehler gemacht"
  • Kickl hält Koalition mit VP ohne Schüssel für möglich

Mit Fritz Dinkhauser, Präsident der Tiroler AK, spricht sich erstmals ein ÖVP-Vertreter für eine personelle Erneuerung in der Partei aus. Im Interview mit einer österreichischen Tageszeitung fordert er Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll als Nachfolger von Parteichef Wolfgang Schüssel. FP-Generalsekretär Herbert Kickl deutete erstmals an, dass eine Koalition mit der ÖVP im Bereich des Möglichen liegt: Allerdings nur ohne Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.

"Die ÖVP hat Fehler gemacht. Sie hat die Bürger nicht mehr eingebunden. Das Hirn war viel zu groß, das Herz viel zu klein", sagt Dinkhauser gegenüber "Österreich" zum bisherigen Kurs der ÖVP. Er fordert Konsequenzen ein: "Es ist nicht mit ein paar kosmetischischen Geschichten getan. Jetzt müssen Politiker her, die menschliche Wärme haben und vermitteln können." Konkret spricht sich Dinkhauser für Josef Pröll aus: "Er hat das Auftreten und ihm kaufen die Leute seine Menschlichkeit ab."

Kickl sagt zu einer Regierungsbeteiligung: "Wir sind keine billigen Mehrheitsbeschaffer. Vor allem nicht für Schüssel, der versucht hat, die FPÖ zu vernichten." Also ohne Schüssel? Kickl: "Wir sind für alle Gespräche offen. Aber die ÖVP soll einmal den Schüssel abmontieren." (apa/red)

7.10.2006 17:54