NEWS: Aufmarsch der blauen Radikalen! FP für Rechtsextreme eine attraktive "Heimat"!
- Warum FPÖ & BZÖ nicht zusammenarbeiten wollen
- Viele FPÖ-Mandatare sind Burschenschafter

Straches Netzwerk: Warum FPÖ und BZÖ nicht zusammenarbeiten wollen und können. Und wieso die jetzige FPÖ für Rechtsextreme zur attraktiven "Heimat" geworden ist.
Partystimmung wollte zunächst nicht wirklich aufkommen. Zwar hat die FPÖ ihr offizielles Wahlziel - zweistellig zu werden - mit 11,2 Prozent erreicht. Doch "nach dem überraschenden Ergebnis der Wien-Wahl" habe man sich "einiges mehr erwartet als elf Prozent", wie es ein älterer Herr formuliert. Dazu kommt noch, dass dem BZÖ der Einzug in den Nationalrat gelungen sein dürfte. Ein Umstand, der bei den Feiernden im Wiener Gasthaus Adams für viele Diskussionen sorgte.
"Es müssten viele Köpfe rollen."
Rein rechnerisch wäre eine schwarz-blau-orange Koalition möglich. Realistisch ist eine derartige Zusammenarbeit jedoch kaum. Denn für die einstigen Parteifreunde ist eine derartige Koalition aufgrund der persönlichen Feindseligkeiten kaum denkbar. "Da müssten viele Köpfe rollen", sagt der blaue EU-Abgeordnete Andreas Mölzer im NEWS-Gespräch. Welche genau? "Praktisch die gesamte orange Bundesliste." Nur der orange Quereinsteiger Veit Schalle, der sei "persönlich okay". Schalle machte im Wahlkampf auf sich aufmerksam, als er das NS-Wirtschaftsprogramm - wenn auch mit Einschränkungen - lobte. "Das BZÖ ist eine Kärntner Regionalpartei", so Mölzer weiter. Und er sei zwar eigentlich "ein Fan von Randgruppen, allerdings nicht von orangen Randgruppen".
Ehepaar Rosenkranz in Feierstimmung
Zurück zur Wahlfeier: Zu späterer Stunde beginnt sich das Gasthaus doch noch zu füllen. Etliche der Besucher hier haben einen Schmiss, viele einen strengen Seitenscheitel und einige einen kahl geschorenen Kopf. Denn das Who's who der nationalen Burschenschafter und auch einige Akteure der extremen Rechten besuchten das Fest.
Zunächst trafen Ewald Stadler und die niederösterreichische Landeschefin Barbara Rosenkranz ein. Sie wurde während des Wahlkampfes die "Ikone" der Rechtsextremen in der FPÖ. So begründete der verurteilte und flüchtige Neonazi Gerd Honsik seine Wahlempfehlung für die FPÖ damit, dass man Rosenkranz noch "vertrauen" kann.
Zur Wahlfeier erschien sie mit Ehemann Horst Jakob Rosenkranz. In der Szene kein Unbekannter: Er ist ehemaliger Aktivist der NDP (Nationaldemokratische Partei) und war 1990 Spitzenkandidat der Liste "Nein zur Ausländerflut". Die Liste wurde allerdings wegen NS-Wiederbetätigung nicht zur Nationalratswahl zugelassen. Horst Jakob Rosenkranz zeigt sich nur selten bei offiziellen Veranstaltungen.
Auch andere bekannte Recken feierten mit der FP: So stieß Exministerialrat im Bundeskanzleramt Günther Rehak aufs Wahlergebnis an. Er wandelte sich vom Sozialisten zum Aktivisten der rechten Szene. Immer wieder wird er u. a. von der extrem rechten AFP (Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik) eingeladen, Vorträge zu halten.
"Rechtsextreme waren bisher heimatlos."
Ob blaue Wahlkampfveranstaltungen oder freiheitliche Feiern, es scheinen jedenfalls immer mehr Neonazis und Skinheads daran teilzunehmen.
Das sei verständlich, sagt Gerhard Jagschitz, Historiker am Wiener Institut für Zeitgeschichte. Denn die FPÖ habe seit der Abspaltung ei-nen "Schwenk in Richtung nationaler Flügel" vollzogen. "Die Rechtsextremen waren bisher heimatlos. Jetzt finden sie sich in der FPÖ wieder." Vordergründig werde diese Klientel jedoch nicht bedient, meint Jagschitz. "Strache spricht bewusst ein breiteres und gemäßigteres Publikum an." Nur so könnte eine größere Zahl an Wählern gewonnen werden.
Die gesamte Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!
Syrien-Krise18:14
Obama ein Feigling?Wegschauen oder eingreifen? US-Präsident schweigt zum Massaker von Houla
Wahl in Ägypten13:31
Heftige ProtesteDemonstranten am Tahir-Platz. Feuerangriff auf Wahlkampfzentrale von Shafik.
Platter trifft David Alaba15:21
Platter blamiert sichLandeshauptmann mit Aha-Erlebnis bei David Alaba: "Sie können ruhig Deutsch mit mir reden"
