Dienstag, 3. Oktober 2006

SP-Wahlkampfstratege: "Fuhren gezielte Negativkampagne gegen ÖVP und Schüssel"

  • Asulin: "Es gab genügend Schmutz zum Werfen"

Ron Asulin, einer der Wahlkampfstrategen von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer, hat im israelischen Rundfunk aus der Schule geplaudert. Man sei ganz gezielt eine "Negativ-Kampagne" gegen die ÖVP und Kanzler Wolfgang Schüssel gefahren. "Es gab genügend Schmutz, mit dem wir Schüssel bewerfen konnten. So hatte er zahllose Versprechen abgegeben und kein einziges gehalten", sagte Asulin.

Seit einem Jahr hat laut Asulin ein "amerikanisch-israelisches Team ganz offen in Österreich gearbeitet, um Gusenbauers Wahlkampf zu planen". Es sei durchaus üblich, dass ausländische Wahlkampfexperten die "politische Landschaft eines Landes erlernen und dann einen Wahlkampf planen". Das habe es auch in Israel schon gegeben. An der SPÖ-Kampagne hätten auch Tal Wieselstein und Shimon Shewes, beides ehemalige Berater des 1995 ermordeten Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin, teilgenommen. Aus den USA war Stanley Greenberg involviert.

Gefragt, ob Gusenbauer "gut oder schlecht für Israel" sei, meinte Asulin, dass "Gusenbauer gut für Österreich, Europa und auch für Israel" sei. Er sei ein besonnener, gemäßigter Mann mit einer grundsätzlich positiven Einstellung gegenüber Israel. "Wir brauchen noch mehr solche Leute in Europa", meinte Asulin.

SP-Kommunikationschef Josef Kalina sagte auf Anfrage der APA, er kenne Asulin nicht persönlich. Vermutlich handle es sich dabei um einen Greenberg-Mitarbeiter, der an der Produktion der Wahlkampf-Filme beteiligt gewesen sei.

(apa/red)

3.10.2006 17:56