Mandatsvergabe nach der Wahl: Grüne haben die ersten, FPÖ wieder Direktmandate
- ÖVP erreichte wesentlich weniger Direktmandate
- Wahlzahlen sind heuer vergleichsweise niedrig
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Schwarzes Minus in auch in Tirol und Vorarlberg
Den Grünen ist es bei der Nationalratswahl erstmals gelungen, Direktmandate in Wahlkreisen zu erringen - und zwar gleich zwei in Wien. Die FPÖ, die 2002 alle Wahlkreis-Mandate verloren hat, hat wieder drei. Wesentlich weniger hat die ÖVP diesmal bekommen: 36 statt 59 bei der vorigen Wahl, die SPÖ verlor nur eines auf 45. In Summe führte das dazu, dass diesmal nur 86 Mandate (2002 105) in den 43 Regionalwahlkreisen, dafür auf Landes- und Bundesebene wesentlich mehr als 2002 vergeben wurden.
Diese Verteilung könnte sich - wie der Mandatsstand vor allem von BZÖ und Grünen auch - mit der Auszählung der Wahlkarten noch verändern.
Die geringe Zahl an Direktmandaten ergibt sich auch daraus, dass nun neben Grünen und FPÖ mit ihren wenigen Direktmandaten auch das BZÖ im Nationalrat sitzt, das kein einziges schaffte. Es bekam drei Mandate im Land Kärnten und fünf im Bund.
Wegen der geringen Wahlbeteiligung sind die Wahlzahlen heuer vergleichsweise niedrig; mit Auszählung der Wahlkarten werden sie noch etwas steigen. So kosteten in Vorarlberg Direkt- und Landesmandate 20.623 Stimmen, 2002 waren es (inkl. Wahlkarten) 24.671. Ebenfalls relativ "billig" waren Mandate heuer in Wien mit der Wahlzahl 22.056 - die beiden Länder sind die mit der niedrigsten Wahlbeteiligung.
Entsprechend am teuersten waren die Mandate in den beiden - einzigen - Ländern mit mehr als 80 Prozent Wahlbeteiligung: Im Burgenland ist die Wahlzahl für die vorläufige Mandatsverteilung 26.127, in Niederösterreich 26.759.
Die SPÖ verlor das Direktmandat in Kärnten, glich es dort aber durch ein Landesmandat aus. Tatsächlich ein Mandat verloren hat die SPÖ hingegen in Wien: Dort kam ihr ein Landesmandat abhanden - und so stellt sie künftig 68 statt bisher 69 Abgeordnete.
Die ÖVP hat nur in zwei Ländern keine Mandate verloren - im Burgenland und in Vorarlberg. In Kärnten hat die bisherige Kanzlerpartei kein einziges Direktmandat mehr - und verlor in Summe eines der früher drei Mandate. Auch in Salzburg und Tirol hat die ÖVP jetzt ein Mandat weniger. In den größeren Ländern verlor sie mehr: Drei in NÖ, zwei in OÖ und der Steiermark und vier in Wien. In der Bundeshauptstadt verlor die ÖVP fünf Wahlkreis-Mandate, bekam aber ein Landes-Mandat mehr. Damit hat die ÖVP nur mehr in zwei Wiener Wahlkreisen Direktmandate. Insgesamt ist der ÖVP-Klub nun um 13 Abgeordnete kleiner als bisher - und wird 66 Abgeordnete zählen.
Die FPÖ - sie hatte keine Direktmandate mehr - verlor in Kärnten drei und in Vorarlberg ein Landesmandat, gewann aber ein Landes- und in Wien zwei Direktmandate dazu. Außerdem kann sie nun sieben statt früher vier Abgeordnete über die Bundesliste in den Nationalrat entsenden. In Summe legte die FPÖ so um drei auf 21 Mandate zu.
Die Grünen eroberten die ersten Direktmandate ihrer Geschichte in den Wiener Wahlkreisen Nord-West (Bezirke Ottakring, Hernals, Währing, Döbling) sowie Süd-West (Hietzing, Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus, Liesing). Dafür ging aber eines der vier Wiener Landesmandate verloren. In Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark holten sich die Grünen dafür weitere Landesmandate. Über die Bundesliste können sie allerdings einen weniger - vier - Abgeordnete nominieren. (apa)
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