Dienstag, 3. Oktober 2006

Orange zuversichtlich über Einzug in NR: BZÖ-Spitze vor Bündnissitzung schweigsam!

  • Westenthaler glaubt an "interessante Situation"
  • Jörg Haider: "Aufgabe, mitberatend tätig" zu sein

Bedeckt bezüglicher Koalitionsvarianten, aber zuversichtlich, was ihren Verbleib im Nationalrat betrifft, zeigte sich die BZÖ-Spitze vor ihrer Bündnissitzung im Freiheitlichen Klub. Der Spitzenkandidat und Parteichef Peter Westenthaler: "Ich glaube, dass die Situation durchaus eine interessante wird." Als Zaungast erschien auch der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider, der ankündigte, "mitberatend tätig" zu sein.

Nur wenige Journalisten hatten sich vor dem Parlament versammelt, um noch weniger BZÖ-Spitzenpolitiker dort zu empfangen. Als erster erschien der Bundeslisten-Zweite, Quereinsteiger und Ex-Billa-Chef Veit Schalle. Dieser widersprach Gerüchten, er würde auf sein Nationalratsmandat verzichten: "Warum soll ich nicht einziehen?" Er sei ja dafür angetreten.

Haider erschien im Paket mit Klubobmann Herbert Scheibner, Bündnissprecher Uwe Scheuch und dem stellvertretenden Parteichef Stefan Petzner. Zu den angesprochenen Themen in der Sitzung gab er sich bedeckt, er wisse auch nicht, welche Weichen für den künftigen BZÖ-Kurs gestellt werden sollen. "Wir beraten, wie wir die Linie anlegen sollen", sagte Haider lediglich. Als letzter betrat Westenthaler die Klubräumlichkeiten seiner Partei. Dieser wollte sich nicht festlegen, ob seine Partei die Opposition oder eine Rolle in einer künftigen Regierung anstrebt. Man werde sich vor der Verantwortung nicht drücken, meinte er. Und weiter: "Heute analysieren wir einmal das Ergebnis."

Auch zu einer theoretisch möglichen Koalition mit ÖVP und FPÖ wollte Haider sich nicht konkret äußern. "Meine Aufgabe ist es, mitberatend tätig zu sein." Angst davor, dass das BZÖ nach dem Auszählen der Wahlkarten doch nicht in den Nationalrat einziehen könnte, hatten weder Westenthaler noch Haider. Letztgenannter zeigte sich sogar zuversichtlich, was das Grundmandat in Kärnten betrifft. "Vielleicht geht's noch - würde uns freuen", so Haider.

4 der 8 BZÖ-Abgeordneten aus Kärnten?
Vier der insgesamt acht künftigen BZÖ-Nationalratsabgeordneten könnten aus Kärnten kommen. Die Orangen errangen nämlich in keinem anderen Bundesland ein Mandat, in Kärnten waren es hingegen drei Restmandate. Da der aus Kärnten stammende Bündnissprecher Uwe Scheuch auch auf der Bundesliste kandidierte, könnten neben ihm drei weitere BZÖ-Volksvertreter aus dem südlichsten Bundesland kommen. (apa/red)

3.10.2006 15:55