Samstag, 7. Oktober 2006

Im Alter von 89 Jahren: Kärntens Alt-
Landeshauptmann Hans Sima gestorben

  • SP-Politiker 1974 von Ortstafelsturm "umgeweht"
  • Am Wiederaufbau der Sozialdemokraten beteiligt

Der frühere Kärntner Landeshauptmann Hans Sima (SPÖ) ist im 89. Lebensjahr im Landeskrankenhaus Klagenfurt gestorben. Sima war auf den Tag genau neun Jahre lang - vom 12. April 1965 bis zum 12. April 1974 - Regierungschef des südlichsten Bundeslandes. In seine Zeit fiel der so genannte "Ortstafelsturm" im Herbst 1972, der in der Folge indirekt zum Rücktritt des SPÖ-Politikers führte.

Der in Saifnitz im Kanaltal am 4. Juni 1918 als Sohn eines Arbeiter-Ehepaares geborene Sima war bereits seit seiner Schulzeit in Organisationen der Sozialdemokratischen Partei tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er maßgeblich am Wiederaufbau der Partei beteiligt, ab 1946 war er Landesparteisekretär. 1949 wurde er Abgeordneter zum Kärntner Landtag, 1953 Bundesrat.

Die schwierigste Zeit als Landeshauptmann musste Sima 1972 bewältigen. Im September dieses Jahres wurden die ersten zweisprachigen Ortstafeln in Südkärnten aufgestellt. Die Empörung in der Bevölkerung war groß und gipfelte schließlich in einem wochenlangen "Ortstafelsturm".

Daraufhin kapitulierte die Politik, die zweisprachigen Tafeln wurden größtenteils wieder entfernt. Wenige Monate später musste Sima nach einer Niederlage der SPÖ bei den Gemeinderatswahlen 1973 als Landesparteivorsitzender abtreten. Ein Jahr später wurde er auch als Landeshauptmann abgelöst.

Alle Kärntner SPÖ-Granden würdigten Sima als großen Politiker. "Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren", so die Vorsitzende der SPÖ Kärnten und stellvertretende Landeshauptfrau Schaunig. (apa/red)

7.10.2006 20:58