Donnerstag, 5. Oktober 2006

"Bürgermeister ist etwas überfordert": Kitzbühel entscheidet über Grassers-Hof

  • Finanzminister kritisiert Bürgermeister: "Lächerlich"
  • Genauer Termin für Verhandlung noch nicht fixiert

Ein Beschluss über das Nutzungsrecht für Finanzminister Karl-Heinz Grassers in seinem Tiroler Wunschdomizil, dem "Unterhirzinger Hof" in Kitzbühel, soll noch im Oktober fallen. Ein genauer Termin stehe aber bisher nicht fest, hieß es von Seiten der Stadtgemeinde gegenüber der APA.

In der "Tiroler Tageszeitung" kritisierte Grasser den Kitzbüheler Bürgermeister Klaus Winkler. Grasser findet die Debatte um den Hof in der Donnerstag-Ausgabe der "TT" "lächerlich". Der Kitzbüheler Gemeinderat habe einer Bäuerin erlaubt, einen zweiten Hof zu bauen, obwohl es von Anfang an klar gewesen sei, dass sie nie dort wohnen werde. "Dass sie jetzt den Hof nicht verkaufen oder vermieten darf , ist absurd", sagte Grasser.

Er riet, das Tiroler Grundverkehrsgesetz zu überdenken. "Wenn ich sehe, wie viele Deutsche in Kitzbühel wohnen, da kann ein Kärntner doch nicht viel schlechter sein." Dass es sich hierbei zumeist um Zweitwohnsitze und nicht um Bauernhöfe drehe, ließ er nicht gelten. "Landeshauptmann Herwig van Staa war extrem hilfreich. Der Bürgermeister ist aber etwas überfordert", meinte Grasser. Winkler befürchte wohl, man könne ihm vorwerfen, dass er das Promi-Paar bevorzuge. Winkler sagte, man müsse sich überlegen, ob das Grundverkehrsgesetz noch zeitgemäß sei. Er war vorerst für keine Stellungnahme erreichbar.

Grassers Anliegen, den als Landwirtschaft gewidmeten "Unterhirzinger Hof" zu mieten, ohne das Grundstück in diesem Sinne zu Nutzen, hatte seit Anfang des Jahres die Gemüter erhitzt. Besonders die Tiroler Grünen und die Tiroler SP kritisierten eine mögliche Umwidmung des Hofes. Wenn das Grundverkehrsgesetz für Einzelfälle zurecht gebogen werde, hätte es seine Wirksamkeit verspielt und sei damit obsolet, stellten die Grünen am Donnerstag in einer Aussendung fest.

Eine große Hürde für Grassers Hof-Miete wurde aber bereits beseitigt. Die landwirtschaftlich zu nutzende Fläche, bestehend aus 2,9 Hektar Wiese und 3,9 Hektar Wald, wurde vom Gebäude getrennt. Das von Grasser gewünschte Mietobjekt, das Gebäude selbst, ist damit keine Landwirtschaft mehr, bestätigte ein Sprecher der Stadtgemeinde. (APA/red)

5.10.2006 13:04