Mittwoch, 4. Oktober 2006

Ehe-Streit in Niederösterreich endet
tödlich: 33-Jährige ersticht ihren Gatten

  • Frau spricht von Notwehr - Alkohol im Spiel
  • Pärchen war bei Polizei bereits amtsbekannt

Tödlich hat ein Ehestreit unter Alkoholeinfluss in Gmünd in Niederösterreich geendet: Ein 24-Jähriger starb an einem Messerstich, die 33-jährige Ehefrau verständigte selbst die Rettung - dem Mann war aber nicht mehr zu helfen. Er war in der Herzgegend getroffen worden, eine Obduktion soll die genaue Todesursache klären. Die Verdächtige gestand die Tat, sprach aber von Notwehr.

Das junge Ehepaar war bereits amtsbekannt, die Polizei war wiederholt wegen häuslicher Gewalttätigkeiten gerufen worden. Die Verdächtige ist Mutter von vier Kindern, wobei zwei von ihnen bei Pflegeeltern aufwachsen. Eine siebenjährige Tochter lebt bei dem Ehepaar, sie war am Dienstag Abend gegen 19.00 Uhr zu Bett gegangen - die Bluttat ereignete sich gegen 21.30 Uhr. Der neugeborene Sohn, mit dem die 33-Jährige erst am Nachmittag aus dem Krankenhaus Zwettl entlassen worden war, schlief im Wohnschlafzimmer in einer Wiege.

Laut NÖ Sicherheitsdirektion hatte der 24-Jährige tagsüber mit seinem Bruder Holzarbeiten ausgeführt und dabei reichlich Alkohol konsumiert. Als der Mann kurz nach 21.00 Uhr nach Hause kam, brach zwischen den Eheleuten ein Streit aus. Auch die Verdächtige war zu diesem Zeitpunkt bereits erheblich alkoholisiert. Ihren Angaben zufolge wollte ihr Ehemann auf sie einschlagen, worauf sie in Notwehr ein 20 Zentimeter langes Küchenmesser ergriff und zustach. Der Mann sackte sofort zusammen und blieb im Vorraum der Küche liegen.

Die mutmaßliche Täterin wurde mit ihren beiden Kindern auf die Polizeistation Gmünd gebracht. Auf der Dienststelle wurde die Festgenommene plötzlich aggressiv und biss zwei Exekutivbeamte.

Die Frau wurde in U-Haft genommen und in die Justizanstalt Krems eingeliefert. Der Säugling und die siebenjährige Tochter wurden zur Betreuung ins Krankenhaus gebracht.

In menschlicher Hinsicht mache das Geschehen furchtbar betroffen, verwies Oberst Franz Polzer, Leiter des NÖ Kriminalamtes, gegenüber der APA auf die bedenklichen sozialen Zustände. Die Eheleute seien sich ständig in den Haaren gelegen, meist war Alkohol im Spiel. Beide wiesen deshalb beide mehrere einschlägige Vorstrafen auf. Wie hoch der Grad der Alkoholisierung gestern Abend war, wird untersucht.

(apa/red)

4.10.2006 11:51