Dienstag, 3. Oktober 2006

Niemand bemerkte Tod: 93-jähriger Wiener Akademiker lag jahrelang in seiner Wohnung

  • Stark mumifizierte Leiche im 15. Bezirk entdeckt
  • Hausverwaltung wurde bei Zinserhöhung misstrauisch

Jahrelang dürfte in Wien ein 93-jähriger Akademiker unbemerkt tot in seiner Wohnung gelegen sein. Die bereits stark mumifizierte Leiche wurde von einer bestellten Abwesenheitskuratorin und der Hausverwalterin in einer Wohnung in der Goldschlagstraße in Rudolfsheim-Fünfhaus gefunden.

Die Polizei bestätigte einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung "Kurier". Zeitpunkt sowie die Umstände des Todes seien noch unklar, so die Polizei.

Auf Grund einer Mieterhöhung, auf die der Mann nie reagiert hatte, hatte die Hausverwaltung den Schlüsseldienst geholt. Als man die Tür öffnete, stießen die "Eindringlinge" auf die im Bett liegende Leiche, sagte Oberstleutnant Georg Rabensteiner vom Kriminalkommissariat West zur APA.

Laut Rabensteiner dürfte der Mann seit etwa drei bis vier Jahren tot sein. In der Wohnung des Pensionisten wurden nur Schilling-Noten gefunden, ein weiterer Hinweis ist ein Krankenkassenscheck, der mit Ende 2001 datiert ist.

Nachbarn meinten zum "Kurier", sie hätten den Akademiker auch früher nur selten gesehen, da er sehr zurückgezogen lebte. Das Reklamematerial, das sich vor der Tür stapelte, fiel anscheinend niemanden auf.

Seine Pension erhielt der Mann monatlich auf sein Konto, auch die Miete sei pünktlich mittels Einziehungsauftrags an die Hausverwaltung überwiesen worden. Die Ermittler warten jetzt auf die Ergebnisse der Obduktion und suchen nach Angehörigen.

(apa/red)

3.10.2006 22:51