Sonntag, 1. Oktober 2006

Künstliche Hüftgelenke rosten: Fehler bei NÖ Medizintechnikfirma - 2.500 Betroffene!

  • Patienten aus Österreich, Deutschland und Italien
  • Austausch der Gelenke dauert in der Regel 1 Stunde

Zahlreiche Patienten mit einem künstlichen Hüftgelenk müssen sich möglicherweise schneller als gedacht einer neuen Operation unterziehen. Die niederösterreichische Medizintechnikfirma Falcon Medical, die auf künstliche Hüft- und Kniegelenke spezialisiert ist, hat laut "Handelsblatt" in den Jahren 2003 bis 2005 ein künstliches Hüftsystem vertrieben, das bei bestimmten Patienten im Körper anfängt zu rosten und zerbrechen kann. Rund 2.500 Patienten in Deutschland, Österreich und Italien dürften davon betroffen sein.

Josef Riedel, Geschäftsführer von Falcon Medical, bedauerte den Fehler: "Die Operation, um das Implantat auszutauschen, dauert in der Regel eine Stunde", sagt er im Gespräch mit dem "Handelsblatt". "Aber für jeden Patienten ist eine weitere Operation natürlich eine große Belastung." Riedel rechnet damit, dass 80 Prozent der Implantate weiter einwandfrei funktionieren werden, da eine "Versprödung des Materials" nur unter bestimmten Konstellationen beobachtet worden sei.

Das Unternehmen versuche derzeit, sich mit den bisher Betroffenen auf Schadenersatzzahlungen zu einigen. In Deutschland haben Patienten laut "Handelsblatt" schon erste Prozesse gegen den österreichischen Hersteller angestrengt. Riedel hat der APA für Sonntagnachmittag eine Stellungnahme angekündigt. (apa)

1.10.2006 13:25