VW-Beschäftigte müssen länger arbeiten: Sanierungspaket für Autokonzern fixiert
- Arbeitszeit wird auf bis zu 34 Stunden verlängert
Nach dem Ende des Tarifkonflikts zur Sanierung bei Volkswagen muss sich die Belegschaft auf längere Arbeitszeiten einstellen: Arbeiter in der Produktion müssen ohne Lohnausgleich künftig bis zu 33 Wochenstunden leisten, Büroangestellte sogar bis zu 34 Stunden statt bisher 28,8 Stunden.
"Jeder muss länger arbeiten als bisher, das ist die bittere Wahrheit", sagte VW-Personalvorstand Horst Neumann am Freitag in Hannover nach 22-stündigen Verhandlungen. IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine sprach von einem "Kompromiss mit Stärken und Schwächen".
VW und die Gewerkschaft einigten sich auf ein Lösungspaket zur Sanierung der ertragsschwachen sechs westdeutschen VW-Werke. Die Mitarbeiter müssen demnach neben der längeren Arbeitszeit weitere Einschnitte hinnehmen: So werden im Jahr 2007 die Löhne und Gehälter nicht erhöht, es gibt nur eine Einmalzahlung von 1.000 Euro. Die Gewerkschaft hatte zunächst drei Prozent höhere Bezüge angepeilt. Ab 2008 wird dann der Abschluss des Flächentarifvertrages auf VW übertragen.
Im Gegenzug machte VW für alle sechs westdeutschen Werke konkrete Zusagen zur Produktion. Dadurch werde die Beschäftigung über 2011 hinaus gesichert, erklärte die IG Metall. So soll der neue Golf und ein zusätzliches Volumenmodell im Wolfsburger Stammwerk gefertigt werden. Die Kapazitäten für 460.000 Fahrzeuge sollen voll ausgelastet werden. Zur Zeit ist Wolfsburg nur teilweise beschäftigt.
Auch für die Werke Hannover, Kassel, Emden, Braunschweig und Salzgitter wurde zusätzliches Produktionsvolumen vereinbart. "Die konkreten und verbindlichen Produktzusagen sichern die Beschäftigung über 2011 hinaus in allen sechs westdeutschen Standorten", erklärte IG Metall-Verhandlungsführer Meine.
Die Gewerkschaft erreichte noch weitere Entschädigungen für die längere Arbeitszeit: Ein einmaliger Rentenbaustein in Höhe von rund 6.300 Euro pro Beschäftigtem für die Altersvorsorge wurde vereinbart, sowie eine zusätzliche Erfolgsbeteiligung. "Die Beschäftigten haben ihren Beitrag zur Sanierung der Kernmarke erbracht, jetzt ist der Vorstand am Zug", sagte Meine. Arbeitsdirektor Neumann erklärte, der Vorschlag sei im Vorstand abgestimmt. Das würde bedeuten, auch Sanierer Wolfgang Bernhard trägt den Kompromiss mit. (apa/red)
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