Schinkels sieht Job trotz Aufstieg nicht gerettet: "Stehe noch immer in der Kritik"
- "Momentan sind wir einfach in der Scheißgasse"
- Wunschgegner: Glasgow Rangers & Blackburn Rovers
·Austria: In der Liga flop, im UEFA-Cup top!
Stöger nach Aufstieg:
'Skurrile Gesamtsituation'
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Die große Erleichterung bei der Wiener Austria war nach dem Aufstieg in die Gruppenphase des Fußball-UEFA-Cups nicht zu übersehen, übertriebene Euphorie wollten die Violetten aber tunlichst vermeiden. Auch Trainer Frenkie Schinkels gab sich nicht blauäugig: "Wir genießen jetzt diesen Erfolg des gesamten Vereins. Ich weiß aber, dass ich noch immer in der Kritik stehe. Das ist auch legitim, denn die Situation in der Meisterschaft hat sich dadurch nicht geändert."
Der gebürtige Niederländer wolle nun nach dem hart erkämpften Aufstieg gegen Legia Warschau nicht ins "typisch österreichische Schema" fallen und sagen: "Wir werden jetzt UEFA-Cup-Sieger". Zu augenscheinlich war nämlich auch im Rückspiel, dass die Meister Österreichs und Polens spielerisch derzeit nur Schmalkost zu bieten haben. "Spielerisch war das noch lange nicht das, was wir erwarten. Aber wir werden weiter hart an uns arbeiten." Dennoch bleibt das Happel-Stadion, in dem sich beim Match nur 12.000 Fans befanden, ein guter Boden für Violett. Die Austria hat im EM-Final-Stadion 2008 schon 16 Spiele in Folge nicht verloren.
Vor dem Rückspiel hatte Schinkels von den zwei Hochzeiten Liga und Europacup gesprochen, nach der Partie verglich er es mit zwei Paar Schuhen. "Die UEFA-Cup-Schuhe passen uns gut, die sind angenehm. Die Meisterschaftsschuhe drücken uns jedoch." Nach zehn Runden liegen die Austrianer punktegleich mit Schlusslicht Ried an vorletzter Stelle.
Wungschgegner: Rangers und Rovers
Schinkels nannte nach dem Legia-Match zwei Wunschgegner: Salzburg-Bezwinger Blackburn Rovers ("Da wollen wir Revanche für Salzburg nehmen") und die Glasgow Rangers, die im Sommer die Austrianer Filip Sebo, Libor Sionko und Sasa Papac abgeworben hatten.
Klubmanager Markus Kraetschmer hofft auf "zwei attraktive Heimspiel", im besten Fall könnten die Austrianer dank der Gruppenphase auf Bruttoeinnahmen von rund 1,5 Millionen Euro kommen.
Wirbel um Mila
Wirbel gibt es rund um Austrias hoch talentierten, aber eigenwilligen Polen-Legionär Sebastian Mila. Der Mittelfeldspieler soll in einem Interview mit der Sporttageszeitung "Przeglad Sportowy" gemeint haben, dass er nicht unglücklich über ein Scheitern gegen Legia wäre. Denn dann hätte vielleicht Schinkels seinen Job verloren und er wieder die Chance auf einen Stammplatz bekommen.
Mila wurde daraufhin bis auf weiteres aus dem Kader geworfen, wobei Schinkels auch anmerkte, dass es sich durchaus um eine "Ente" handeln könnte. "Ich wollte aber Mila und auch mich schützen. Was wäre gewesen, wenn ihm dann ein Eigentor passiert wäre?"
Pichlmann verletzt
Bitterer Wermutstropfen des Europacup-Abends: Thomas Pichlmann zog sich bereits nach wenigen Minuten einen dreifachen Bänderriss im rechten Knöchel zu und fällt rund zwei Monate aus. Schinkels: "Momentan sind wir einfach in der Scheißgasse. Aber heute habe ich auch schon etwas Licht gesehen." (apa)
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