Freitag, 29. September 2006

Pasching scheitert gegen Livorno: Coach Djuricic sah einen "Sieg der besseren Liga"

  • Italienischer Sieg von Ausschreitungen überschattet
  • Rund 1.200 Tifosi bejubelten souveränen Aufstieg

Rund 1.200 mitgereiste Tifosi haben im Paschinger Waldstadion mit der Mannschaft des AS Livorno und Klub-Präsident Aldo Spinelli den souveränen Aufstieg in die UEFA-Cup-Gruppenphase bejubelt. Selbst Pasching-Coach Djuricic sah einen "Sieg der besseren Liga". Das Siegestor zum 1:0 durch Ibrahima Bakayoko (56. Minute) und der daraus resultierende 3:0-Gesamt-Score gegen den FC Superfund Pasching sorgte vor den Toren von Linz für eine ausgelassene "notte italiana", die allerdings alles andere als friedlich begonnen hatte.

Bereits zwei Stunden vor Anpfiff hatten sich knapp 500 Livornesi vor dem Stadion versammelt. Die 200 anwesenden Polizisten hatten zwar zunächst nur wenig zu tun, knapp vor Spielbeginn machten allerdings alarmierende Meldungen die Runde. Ein 31-jähriger Fußballfan aus St. Florian bei Linz ist von einem italienischen Sachlachtenbummler schwer verletzt worden. Er schlug ihm mehrmals so heftig gegen den Kopf, dass der Oberösterreicher mit einem Schädelbasisbruch bewusstlos zusammenbrach. Italienische Fans beschädigten außerdem 20 Autos.

Dass es schließlich zu keinen weitere Ausschreitungen kam, lag wohl auch am Spielverlauf. Bis auf die erste Viertelstunde, in der Pasching durch Gilewicz und Pamminger zu guten Chancen kam, hatte Livorno das Geschehen weitgehend unter Kontrolle. Dennoch zeigte sich Superfund-Trainer Milan Djuricic nicht unzufrieden: "Ich bin überhaupt nicht enttäuscht. Ich habe mir von meiner Mannschaft gewünscht, dass sie gut Fußball spielt und das ist ihr gelungen."

"Sieg der besseren Liga"
Der auf Grund zuletzt bescheidener Liga-Auftritte unter Druck geratene Kroate sah Fortschritte: "Wir haben mit Freude gespielt. Auf dieser Basis können wir aufbauen. Leider hatten wir beim Gegentor Pech, aber das Glück wird wieder zu uns zurück kommen." Djuricic sah in beiden Spielen einen "Sieg der besseren Liga". "Man hat deutlich den Unterschied zwischen der Serie A und unserer Meisterschaft gesehen. Livorno wird jede Woche voll gefordert. So kann sich eine Mannschaft entwickeln."

Livorno-Trainer Daniele Arrigoni gab sich auch nach dem Erfolg zurückhaltend: "Meine Mannschaft hat sehr klug gespielt. Nach den ersten 20 Minuten, die wir auch mit Glück überstanden haben, übernahmen wir das Kommando." Matchwinner Bakayako, der den verletzten Super-Stürmer Cristiano Luicarelli bravourös vertrat und der gefährlichste Mann auf dem Platz war, meinte: "Das war ein sehr wichtiges Tor für mich und für die Geschichte von Livorno. Es war das erste Europacup-Auswärtstor für den Klub und ich bin natürlich sehr glücklich darüber."

Der verhinderte Torjäger Lucarelli, der seinen Teamkollegen von der VIP-Tribüne aus die Daumen drückte, streute den Paschingern Rosen: "Das Zuschauen ist mir heute natürlich sehr schwer gefallen. Vor allem in so einem engen Stadion ohne Zäune, wo die Atmosphäre so herrlich ist. Ich wollte unbedingt aufs Spielfeld. Angst hatte ich nur die ersten 20 Minuten, dann haben wir mit Kampf und Klasse dagegen gehalten." Humor bewies der Torschütze zum 1:0 im Hinspiel (Endstand 2:0) ebenfalls: "Der österreichische Fußball entwickelt sich, schließlich habt ihr jetzt Trapattoni in Salzburg." (apa/red)

29.9.2006 11:03