Montag, 2. Oktober 2006

Spionage-Streit eskaliert: Russland kappt Verkehrs-Verbindungen nach Georgien

  • Luft-, Schienen-, Auto- und Seeverkehr unterbrochen

Russland hat im Konflikt mit Georgien trotz jüngster Zugeständnisse aus Tiflis wirtschaftliche Strafmaßnahmen angekündigt und alle Verkehrsverbindungen zum südlichen Nachbarn gekappt. Die Regierung in Moskau wies die Unterbrechung sämtlicher Verbindungen mit Autos, Flugzeugen und Schiffen an. Georgien übergab unterdessen die verhafteten russischen Offiziere an die OSZE.

Die vier Russen sollten nach Moskau geflogen werden. Georgiens prowestlicher Präsident Saakaschwili übergab die Offiziere an den Vorsitzenden der OSZE, Belgiens Außenminister De Gucht. "Wir sind für die Fortführung der Beziehungen zu Russland, nicht für deren Abbruch", sagte Saakaschwili, der zum Missfallen Moskaus seit Jahren um eine NATO-Mitgliedschaft wirbt.

Gegen die verhafteten Offiziere des russischen Militärgeheimdienstes GRU lief ein Verfahren wegen Spionage und Verübung von Terroranschlägen. Kremlchef Putin hatte das Vorgehen der georgischen Behörden als "Erbe stalinistischer Methoden" kritisiert.

Die halbstaatliche russische Fluggesellschaft Aeroflot teilte mit, ihre Flüge zwischen Russland und Georgien vorläufig einzustellen. Auch die staatliche Eisenbahn kündigte diesen Schritt an.

Der Europarat forderte unterdessen beide Parteien zur Mäßigung auf. Der Konflikt sollte mit legalen und diplomatischen Mitteln beigelegt werden, sagte der Präsident der parlamentarischen Versammlung des Europarates, René van der Linden. Beide Seiten sollten die Eskalation des Konflikts beenden. (apa/red)

2.10.2006 17:34