Wählerstromanalyse zeigt: ÖVP verlor
Wähler an alle - vor allem an Nichtwähler!
- FPÖ gewann mehr ÖVP als SPÖ-Wähler dazu
- Jeder fünfte Grünwähler kommt von der ÖVP
·BAWAG spielte für Wähler geringe Rolle
SP konnte Stammwähler besser motivieren als VP
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Jubelnde SPÖ-Anhänger feiern Alfred Gusenbauer
Die ÖVP hatte bei der Wahl offenbar ein Problem, seine Wähler zu mobilisieren: 215.000 VP-Wähler von 2002 blieben der Abstimmung fern. Aber auch alle andern Parteien bedienten sich massiv bei der ÖVP: 98.000 Stimmen wanderten im Vergleich zur Wahl 2002 zur FPÖ, 96.000 zu den Grünen, 92.000 zur SPÖ und 58.000 zum BZÖ, so eine SORA-Wählerstromanalyse. Die ÖVP konnte nur 65.000 Stimmen von anderen Parteien oder Nichtwählern gewinnen.
So stimmten jeweils ein Drittel der diesjährigen BZÖ- und Hans-Peter-Martin-Wähler vor vier Jahren für die ÖVP. Jeweils ein Fünftel der heutigen Grünen und Blauen Stimmen waren 2002 noch Schwarz. Sechs Prozent der SPÖ-Wähler waren 2002 ÖVP-Wähler. Der ÖVP blieben offenbar nur Stammwähler: 96 Prozent der heutigen VP-Stimmen waren auch vor vier Jahren für diese Partei abgegeben worden.
FPÖ gewann mehr von ÖVP als von SPÖ
Die FPÖ gewann im Saldo (Zuwanderungen abzüglich Abwanderungen) 89.000 Stimmen von der ÖVP und 74.000 Stimmen von der SPÖ. 15.000 ehemalige Grünwähler stimmten diesmal für die FPÖ, 12.000 FPÖ-Wähler wanderten zu den Grünen. In Summe haben 47 Prozent der heutigen FPÖ-Wähler auch 2002 dieser Partei ihre Stimme gegeben. 23 Prozent waren zuletzt SPÖ-Wähler, 20 Prozent ÖVP-Wähler.
BZÖ bediente sich bei FPÖ
Das BZÖ hat sich am stärksten bei der FPÖ bedient - 69.000 Stimmen (38 Prozent) kamen von dort, gefolgt von der ÖVP mit 58.000 Stimmen (32 Prozent). Von der SPÖ erhielt es 24.000 Stimmen. Hans-Peter Martin wiederum hat vor allem der ÖVP Stimmen genommen: Ein Drittel (41.000) kamen von dort. An zweiter Stelle hat Martin der SPÖ Stimmen weggenommen (25.000), an dritter Stelle der FPÖ (15.000). 7.000 Nichwähler von 2002 konnten diesmal von Martin zum Wählen motiviert werden.
12 % der SPÖ Wähler haben 2002 anders gewählt
12 Prozent der heutigen SPÖ-Wähler haben vor vier Jahren anders oder gar nicht gewählt. Rund die Hälfte der neuen Wähler kam von der ÖVP, der Rest verteilte sich gleichmäßig auf FPÖ, Grüne, Nichtwähler und "sonstige".
Die stabilste Wählerschicht hatte diesmal die SPÖ: 78 Prozent ihrer Wähler von 2002 stimmten wieder für die Partei. 70 Prozent der ÖVP-Wähler blieben bei ihrer Partei wie auch 62 Prozent der Grünen und 47 Prozent der FPÖ-Wähler. Noch überzeugter sind offenbar nur die Nichtwähler: 91 Prozent der Abstinenten von 2002 waren es auch diesmal wieder.
(apa/red)
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