Erste Umfrag nach der Wahl: BAWAG spielte
bei Wahlentscheidung nur geringe Rolle
- SPÖ konnte Stammwähler besser motivieren als ÖVP
- Bei FPÖ erwartungsgemäß Ausländer als Wahlgrund
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Jubelnde SPÖ-Anhänger feiern Alfred Gusenbauer
Die über weite Strecken des Wahlkampfes beherrschende BAWAG-Affäre hat bei den Wählern bei ihrer Entscheidung, welcher Partei sie ihre Stimme geben, nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Am wichtigsten war dieses Thema noch den BZÖ-Wählern, von denen 18 Prozent angaben, aus diesem Grund die Orangen gewählt zu haben. Das geht aus einer Umfrage des OGM-Instituts unmittelbar nach der Wahl hervor. SPÖ, FPÖ und BZÖ konnten ihre Wähler vor allem in der letzten Woche vor der Wahl mobilisieren, wie OGM-Experte Peter Hajek der APA erläuterte.
Bei den ÖVP-Wählern spielte der Kanzler als Wahlmotiv eine geringere Rolle als gedacht. Nur 13 Prozent wählten die ÖVP wegen des Spitzenkandidaten Wolfgang Schüssel. Hauptmotiv der ÖVP-Wähler war "weil sich Österreich gut entwickelt hat" mit 43 Prozent vor den "Stammwählern" mit 28 Prozent. Um rot-grün zu verhindern wählten sieben Prozent die ÖVP und wegen der BAWAG-Affäre nur drei Prozent.
SPÖ konnte Stammwähler motivieren
Im Gegensatz zur ÖVP konnte die SPÖ ihre Stammwähler gut mobilisieren, bei den Sozialdemokraten war das Stammwählermotiv mit 43 Prozent das größte. Der Protest gegen die Bundesregierung war für 18 Prozent das wichtigste. Spitzenkandidat Alfred Gusenbauer war nur für zehn Prozent ausschlaggebend.
FPÖ: Ausländerthema als Wahlgrund
Bei der FPÖ war erwartungsgemäß das Ausländerthema der Hauptgrund, diese Partei zu wählen. 39 Prozent ihrer Wähler gaben dieses Motiv an. 21 Prozent nannten den Stammwähler-Gedanken, 16 Prozent den Protest gegen die Regierung, 15 Prozent den Spitzenkandidaten Heinz-Christian Strache und nur fünf Prozent die BAWAG.
Grüne: Regierungsbeteiligung Hauptmotiv
Bei den Grünen war mit 30 Prozent eine mögliche Regierungsbeteiligung das Hauptmotiv der Wähler. 20 Prozent nannten den Protest gegen die Regierung, 18 Prozent den Spitzenkandidaten Alexander Van der Bellen. Die BAWAG-Affäre war nur für vier Prozent der Grün-Wähler ausschlaggebend.
Für BZÖ-Wähler BAWAG als Motiv
Für die BZÖ-Wähler war die Regierungspolitik der Orangen mit 39 Prozent der Hauptgrund. Immerhin 18 Prozent der orangen Wähler nannten die BAWAG als Motiv. Jeweils acht Prozent nannten den Spitzenkandidaten bzw. weil das BZÖ die echten Freiheitlichen seien als Grund. Im Gegensatz zur FPÖ spielte das Ausländerthema mit vier Prozent nur eine untergeordnete Rolle.
Der Zeitpunkt der Wahlentscheidung war bei 12 Prozent erst in den letzten Tagen, für 11 Prozent in den letzten zwei bis drei Wochen. 77 Prozent der Wähler haben ihre Entscheidung schon früher getroffen. In den letzten zwei bis drei Wochen vor der Wahl haben 40 Prozent der BZÖ-Wähler, 35 Prozent der FPÖ- und 28 Prozent der SPÖ-Wähler ihre Entscheidung getroffen. Bei der ÖVP waren es im Vergleich dazu nur 14 Prozent.
(apa/red)
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