Sonntag, 1. Oktober 2006

Neue Lichtgestalt für FPÖ: Heinz-Christian Strache endgültig der Retter in Blau!

  • Disco-King prolongiert seinen Erfolgskurs auch 2006

Seit 1. Oktober hat Heinz-Christian Strache (37) seinen Platz in der blauen Parteigeschichte sicher. Trotz Spaltung und Verlust aller Regierungsmitglieder und fast aller Abgeordneten hat es der FPÖ-Chef geschafft, die Freiheitlichen sogar noch zu einem Stimmenzuwachs im Vergleich zu 2002 zu führen. Sein Weg dazu: Ein knallharter Ausländer-Wahlkampf gepaart mit freundlichen, fast schon sanften TV-Auftritten.

Seine erste Bewährungsprobe hatte der junge FPÖ-Obmann bereits im Vorjahr in der angesichts der Ausgangslage äußerst erfolgreich geschlagenen Wien-Wahl bestanden. 15 Prozent wurden von den Freiheitlichen nach dem Theater um die orange Abspaltung als "blaues Wunder" empfunden. Für Strache war diese Wahl nicht zuletzt auch ein klarer Sieg gegen das einstige Vorbild Jörg Haider, als dessen Kopie Strache immer wieder bezeichnet wird, was er heutzutage gar nicht mehr gerne hört.

Trotzdem schlüpft Strache auch heute noch gerne in die Schuhe seines einstigen Vorbilds. Von der Stimmmodulation über den Gagschreiber, vieles erinnert an Haider, auch der traditionelle Wahlkampf-Ausklang am Viktor-Adler-Platz. Trotzdem hat es Strache während der letzten Wochen geschafft, aus dem Schatten des FPÖ-Übervaters herauszutreten. Mit einem sehr aggressiven Anti-Ausländerkurs - allerdings gepaart mit einem eher gewinnenden Auftreten im persönlichen Umgang - konnte Strache die Herzen vor allem, aber nicht nur der Wiener gewinnen.

Erstaunlich viel Anklang fand der FPÖ-Chef in jüngster Zeit bei den Jungen, dafür hatte er freilich auch genug getan. Seit der Scheidung seiner aus der Gastronomen-Familie Plachutta stammenden Frau Daniela hat Strache seine Disco-Auftritte noch einmal verstärkt und gibt den feschen Single. Zudem war er sich auf für einen "HC-Rap" im Wahlkampf nicht zu gut. Fleiß und Härte im Nehmen kann man ihm auch nicht absprechen. Schon seit dem Wien-Wahlkampf plagt sich Strache unermüdlich durchs Land, obwohl den Raucher immer wieder Stimm-Probleme plagten.

Dass Strache einmal etwas werden wird, war den Blauen freilich ohnehin schon lange klar, diente er doch schon einst als jüngster Bezirksrat Wiens. Bis er dann wirklich an die Spitze durfte, dauerte es auch nicht lang. Mit gerade einmal 34 wurde er im März 2004 als Nachfolger von Hilmar Kabas zum Wiener Landeschef gekürt. Spätestens da war klar, dass Strache noch ein Stück hinaufwollte. Als Frontfigur des nationalen Flügels positioniert machte er der FPÖ-Führung das Leben immer schwerer. Als die sich dann ins BZÖ absetzte, musste Strache den Sticheleien auch Taten folgen lassen. Seit April 2005 ist er Parteichef - und das erfolgreicher, als es ihm so mancher zugetraut hätte.

Privat ist der Vater von zwei Kindern gern sportlich unterwegs, wenn es ihn nicht in Discos verschlägt. Zu seinen Hobbys zählt Kung-Fu. Auch dem Fechten ist er nicht abgeneigt, allerdings nicht dem Sport- sondern dem Kameraden-Fechten. Als Mitglied der deutschnationalen schlagenden Burschenschaft Vandalia sorgte der FPÖ-Chef für viel Spott, als er 2004 einen Salzburger Arzt zu einer Art "Duell" herausforderte. (apa/red)

1.10.2006 18:48