Freitag, 29. September 2006

"Scheiß Rassisten" und "Haider raus": Lautstarke Demo bei Haider-Kundgebung

  • Polizeibeamte mussten Landeshauptmann abschirmen
  • Botschaft an Gastinger: "Werden Politik nicht ändern"

Von lautstarken Misstönen wurde eine Wahlkampf-Kundgebung Jörg Haiders in Klagenfurt begleitet. Rund 15 Jugendliche störten permanent die Ansprache des Landeshauptmannes mit Parolen wie "Scheiß Rassisten", "BZÖ - zwei Prozent" und "Haider raus" und mussten von Polizisten daran gehindert werden, in Richtung Bühne zu stürmen. Auch nach der Veranstaltung mussten Haider und seine Begleitung von Beamten und Ordnungskräften abgeschirmt werden.

Zu gewalttätigen Zwischenfällen kam es bei der BZÖ-Kundgebung auf dem Neuen Platz vor dem Rathaus zwar nicht, derartige Vorfälle bei einem Haider-Auftrittes in Kärnten waren bisher aber doch eher selten. Die rund zehn Burschen und etwa fünf Mädchen hatten sich vor Beginn der Veranstaltung auf den Stufen beim Lindwurm-Denkmal gesammelt, einige Biere konsumiert und bewegten sich dann in Richtung Bühne. Als Haider das Wort ergriff, wurden sie dann zwar von rund zehn Uniformierten abgedrängt, machten aber mit ständigen lauten Zwischenrufen und Sprechchören sowie mit Hilfe von Trillerpfeifen auf sich aufmerksam.

Immer wieder versuchten einzelne der 15- bis 18-Jährigen, näher an die Bühne zu gelangen, doch die Polizei griff scharf durch. Haider nahm das Ganze eher locker und meinte zu Beginn seiner Ansprache in Richtung der Gruppe: "Ihr solltet lieber arbeiten gehen, dann wäret ihr zu müde zum demonstrieren. Aber wahrscheinlich seid ihr sogar zu faul, um euch zu waschen." Dafür gab viel Applaus und Gelächter.

Besonders lautstarken Protest gab es, als der Landeshauptmann die BZÖ-Ausländerpolitik verteidigte und davon berichtete, dass er eine kriminell gewordene "tschetschenische Asylantenbande" aus Kärnten hinausgeworfen habe. Haider: "Wer als Gast kommt, hat sich als Gast zu benehmen."

In Richtung der abgesprungenen Justizministerin Karin Gastinger meinte Haider: "Liebe Frau Ministerin. Auch wenn du uns schaden wolltest, wir werden trotzdem unsere scharfe und konsequente Ausländerpolitik nicht ändern, denn das ist im Interesse der Menschen."

Haider bekräftigte in seiner Ansprache, dass das BZÖ weiterhin in Wien Regierungsverantwortung tragen wolle: "Wenn wir in Kärnten nicht gut abschneiden, gibt es als Konsequenz die Große Koalition, und das ist das Schlimmste, was Österreich passieren kann." Der Kärntner BZÖ-Wahlkampfchef Stefan Petzner zeigte sich im APA-Gespräch aber zuversichtlich, dass man auch bundesweit die Vier-Prozent-Hürde schaffen werde. Petzners Rechnung: "Wir kommen in Kärnten auf 25 Prozent, das sind österreichweit zwei Prozent. Die anderen zwei Prozent bekommen wir leicht dazu." (apa/red)

29.9.2006 19:19