"Bitte wählen Sie mich nicht!": Salzburgerin
unfreiwillig für BZÖ auf Stimmzettel gelandet
- Unterschrieb "unabsichtlich" Zustimmungserklärung
- BZÖ-Funktionär drohte ORF bei Bericht mit Klage
Eine Buchhalterin aus Seekirchen (Flachgau) steht wider Willen bei der Nationalratswahl für das BZÖ zur Wahl. Sie kann sich nicht erklären, wie sie als Kandidatin auf den Wahlzettel gekommen ist, meldete das ORF-Landesstudio Salzburg. "Ich habe einen Zettel unterschrieben - das ist mir bewusst. Ich muss zugeben, ich habe mir das einfach zu wenig durchgelesen und habe mir das so erklärt, dass ich da eine Unterstützungserklärung für den Peter Westenthaler abgebe", so die 38-Jährige im ORF.
Manuela Wuppinger ist in Seekirchen als engagierte Katzenliebhaberin bekannt. Gemeinsam mit dem Tierschutzverein Vier Pfoten hat sie 60 streunende Katzen in Seekirchen sterilisieren oder kastrieren lassen und Familien für die verwahrlosten Tiere gefunden. Da sie auf politische Unterstützung angewiesen war, leistete sie im August auch eine Unterschrift.
"Bitte kreuzen Sie mich nicht an!
Jetzt steht Wuppinger auf der BZÖ-Wahlliste für den Flachgau und Tennengau auf Platz neun: "Ich würde bitte allen Wählern gerne sagen, mich nicht anzukreuzen, weil ich nicht kandidieren möchte." Die Unterschrift tue ihr Leid, ergänzte die Kandidatin wider Willen, "und vor allem ärgere ich mich über mich selbst, dass ich mir das nicht genauer durchgelesen habe. Dass ich Dinge unterschreibe, wo ich auf das vertraue, was mir nur verbal übermittelt wird, und nicht selber so gescheit war, dass ich das durchgelesen habe. Dann hätte ich es einfach nicht unterschrieben", teilte sie im ORF mit.
Die Zustimmungserklärung der Landeswahlbehörde habe sie ihres Wissens "nicht unterschrieben", betonte Wuppinger, "Ich habe mir bei der Wahlbehörde das ausheben lassen, ich habe das angeschaut. Dieser Zettel kommt mir nicht bekannt vor. Der andere Zettel hat anders ausgeschaut." Die Seekirchnerin glaubt übrigens nicht, dass ihre Unterschrift gefälscht ist.
Helmut Naderer, Stadtrat in Seekirchen und als Zweiter auf der Wahlliste im Regionalwahlkreis Flachgau/Tennengau sieben Plätze vor Wuppinger gereiht, wollte zur Kandidatin wider Willen nichts sagen. Vielmehr bezeichnete er die Vorwürfe von Wuppinger als dumm und drohte dem ORF mit einer Klage, falls er über den Vorfall berichte. (APA/red)
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