Freitag, 29. September 2006

TV-Konfrontation: Schüssel sehr defensiv, Van der Bellen agierte am offensivsten

  • Redezeit: Schüssel vor Gusenbauer, Strache Letzter

Bundeskanzler Schüssel hat bei der "Elefantenrunde" nach einer MediaWatch-Analyse zwar mit 20,6 Prozent die meiste Redezeit beansprucht, gleichzeitig agierte er aber mit einem Wert von 26,8 Prozent am defensivsten. Am offensivsten war demnach der Grüne Bundessprecher Van der Bellen mit genau 50 Prozent. Schüssel lag wiederum in der Wertung "neutral" mit 53,7 Prozent vorne.

In der Kategorie "defensiv" - widersprechen, Verantwortung ablehnen, ausweichen, in Schutz nehmen oder abgrenzen - folgt mit 15,2 Prozent SPÖ-Chef Gusenbauer an zweiter Stelle vor BZÖ-Obmann Westenthaler (6,3) und FPÖ-Chef Strache (5,9). Van der Bellen agierte überhaupt nicht defensiv (0,0). Beim Bereich "offensiv" - Thema vorgeben, Kritik an anderen - folgt Strache mit 47,1 Prozent hinter Van der Bellen. Dritter ist hier Westenthaler (40,6) vor Gusenbauer (36,4) und Schüssel (19,5). Bei der Wertung "neutral" liegt Westenthaler mit 53,1 Prozent hinter Schüssel an zweiter Stelle, gefolgt von Van der Bellen (50,0), Gusenbauer (48,5) und Strache (47,1).

Das Thema Wirtschaft wurde von Schüssel mit 17,1 Prozent am häufigsten thematisiert. Bei Gusenbauer war Gesundheit/Medizin/Pflege mit 23,7 Prozent das am aktivsten besetzte Thema. Van der Bellen stellte die Wirtschaft mit 20,7 Prozent in seiner Prioritätenliste an die Spitze. Bei den beiden verfeindeten freiheitlichen Spitzenvertretern Strache und Westenthaler lag erwartungsgemäß die Ausländerproblematik an erster Stelle.

Bei der Redezeit lag Gusenbauer mit 19,4 Prozent knapp hinter Schüssel, Van der Bellen folgte mit 15,7 Prozent vor Westenthaler (15,6) und Strache (14,4). Der FPÖ-Chef lag damit nur knapp vor Moderatorin Ingrid Thurnher, die es auf 14,3 Prozent brachte.

(apa/red)

29.9.2006 12:54