Freitag, 29. September 2006

"Ruhig, Geld her - Nur große Scheine": Gleich zwei Überfälle auf Wiener Banken

  • In beiden Fällen konnte Räuber mit Beute fliehen

Gleich zwei Banküberfälle haben sich in Wien ereignet: Am frühen Vormittag suchte ein Räuber ein Geldinstitut im Bezirk Alsergrund heim, knapp zwei Stunden später wurde eine Bank in Penzing zum Schauplatz eines Überfalls. In beiden Fällen konnten die bewaffneten Täter mit Beute in vorerst unbekannter Höhe flüchten. Verletzt wurde niemand. Nach zwei derartigen Delikten in der Innenstadt, wurden damit allein in dieser Woche vier Banken in der Bundeshauptstadt beraubt.

Der erste Überfall ereignete sich in einer Filiale der Erste-Bank in der Liechtensteinstraße 98 in Alsergrund: Ein etwa 35-jähriger Mann bedrohte die Angestellte mit einer Pistole und forderte mit den Worten "Ruhig, Geld her - Nur große Scheine" die Herausgabe von Bargeld. Die Beute verstaute der Täter in einem Plastiksack. Er konnte ohne Alarmpaket flüchten.

Laut Polizei war der Mann ganz in Schwarz gekleidet: Hose, Jacke, Waffe sowie die Maskierung - Sonnenbrille und Schirmkappe - hatten die gleiche Farbe. Auffallend sei auch sein markanter, dunkler Bart: Er trug einen schmalen Streifen, der vom Ohr bis zum Kinn reicht, so die Exekutive. Der Mann ist etwa 175 bis 180 Zentimeter groß und hat vermutlich schwarze Haare. Ob es sich bei dem Täter um einen Österreicher oder einen Ausländer handelt, war am frühen Nachmittag noch nicht klar.

Zum Schauplatz des zweiten Delikts wurde eine Zweigstelle der Bank Austria Creditanstalt in Penzing. Um 11.16 Uhr betraten zwei mit Kapuzen und Stofftüchern maskierte Täter das Geldinstitut in der Hütteldorfer Straße. "Überfall - alles auf den Boden", sollen die Unbekannten laut Polizei gesagt und die Kassierin und drei Kunden mit einer schwarzen Pistole bedroht haben. Die Angestellte forderten die Männer mit "mehr Geld, mehr Geld" zur Eile auf, so Victor Tulzer, Ermittler bei der Kriminaldirektion 1 (Gruppe Pfripfl), im APA-Gespräch.

Das erbeutete Bargeld stopfte das Duo in eine graue Umhängetasche mit Klappe. Die Männer konnten durch einen Hausdurchgang in Richtung Linzer Straße flüchten. Nach allen drei Tätern wurde am Nachmittag gefahndet.

Erst am Montag und Dienstag hatte ein 45-Jähriger zwei Banküberfälle in der Innenstadt verübt. Beim ersten Mal war ihm das Alarmpaket untergeschoben worden, beim zweiten war er von der Sicherheitsbeauftragten der Bank überwältigt worden. Dabei hatte sich ein Schuss aus einer Gaspistole gelöst.
(APA/red)

29.9.2006 14:56