Mittwoch, 22. November 2006

20 Mio. Europäer hören Internet-Radio:
Hohes Wachstum dank Breitbandanschlüssen

  • Markt soll dieses Jahr um rund ein Drittel wachsen

Immer mehr Menschen hören Radio über das Internet. Allein in diesem Jahr wird der Markt um mehr als ein Drittel wachsen. Zählten Online-Radios 2005 europaweit noch 15,1 Millionen Hörer pro Woche, so sind es dieses Jahr bereits 20,4 Millionen. Das teilte der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in Berlin mit.

Grundlage für die Angaben ist eine exklusive Studie von Goldmedia. "Auch in Deutschland legt der Markt zu. Getrieben wird er von schnellen Internetzugängen und kostengünstigen Flatrates", sagte BITKOM-Vizepräsident Jörg Menno Harms. "Außerdem gibt es inzwischen viele Geräte fürs Wohnzimmer, die Web-Radios auch ohne Computer abspielen können."

Mehr Breitband, mehr Vielfalt?
Im vergangenen Jahr war die Anzahl von Breitbandanschlüssen in Europa auf 58,4 Millionen angewachsen. Das verbessert die Voraussetzung für den Empfang von Musik über das Internet weiter. Auch etablierte Radiosender verstärken ihre Online-Aktivitäten. Weil gleichzeitig immer mehr reine Online-Kanäle auf Sendung gehen, erhöht sich die Programmvielfalt deutlich.

Erhöhte Interaktivität im Web 2.0
Mit Web-2.0-Angeboten versuchen die Anbieter nun zunehmend, die Hörer stärker an sich zu binden. Harms: "Das Mitmach-Internet hat inzwischen auch die Online-Sender erreicht. In den Portalen der Anbieter können die Hörer beispielsweise gespielte Songs bewerten oder sich gegenseitig Sender empfehlen." So entstehen Gemeinschaften, in denen die Teilnehmer über Musik und Neuigkeiten diskutieren.

Rundfunkgebühr für PCs als Bremsklotz?
Der Boom der Internet-Sender wird daher weiter anhalten. Bis 2010 soll die Hörerschaft europaweit auf 31,9 Millionen Menschen wachsen, so die Prognose. "Zu einer unerwarteten Bremse könnten sich allerdings noch die in Deutschland geplanten Rundfunkgebühren auf PCs entwickeln", warnte Harms. Diese Abgabe steht in Österreich ebenfalls noch zur Debatte. (red)

22.11.2006 13:39