Montag, 11. September 2006

Zahlreiche Angebote für BAWAG-Verkauf: Interessante Gebote für marode ÖGB-Bank

  • Verkaufsplan: Datenraum Anfang Oktober geöffnet
  • Morgan Stanley spricht von "attraktiven Angeboten"

Dem Investmenthaus Morgan Stanley liegen bereits die unverbindlichen Übernahmeangebote für die angeschlagene Gewerkschaftsbank BAWAG P.S.K. vor. Über Zahl und Namen schweigt Morgan Stanley als Verkaufsberater ebenso wie der Bank-Verkäufer ÖGB. Einziges Detail aus dem weiteren Verkaufsfahrplan: Der Datenraum wird "Anfang Oktober" aufgemacht. Also sehr bald nach der Nationalratswahl.

Man habe "zahlreiche interessante Angebote" für die BAWAG, hieß es von Seiten des Investmenthauses. Die vorliegende Qualität und Quantität würde es dem Investmenthaus ermöglichen, in den nächsten Tagen und Wochen die richtigen Bieter auszuwählen.

Diese "attrraktiven Angebote" seien von "renommierten Adressen", wird weiter betont, sowohl von strategischen Investoren als auch von Finanzinvestoren.

Öffnung des Datenraumes Anfang Oktober
Die Öffnung des Datenraumes sei für Anfang Oktober geplant, verlautete von Seiten Morgan Stanleys. Weitere Terminisierungen - etwa bis wann verbindliche Angebote gelegt werden müssen - werden, weil das Verkaufsverfahren vertraulich ablaufen solle, zunächst nach außen hin nicht genannt.

Morgan Stanley hat vom ÖGB wie berichtet den Auftrag, beim BAWAG-Verkauf einen "maximalen Wert" zu lukrieren. Mitte Juli war der Verkaufsprozess mit dem Versand von ersten Informationsbroschüren eingeleitet worden. Bis 8. September lief die Runde der unverbindlichen Offerte. Jetzt geht es in die heiße Runde.

Verbindliche Angebote nur von kleinem Kreis
Aus dem Kreis der bisher vorliegenden unverbindlichen Angebote von Banken, Versicherungen, Fonds und vor allem von Konsortien aus all diesen Bietern wählt Morgan Stanley den Kreis jener ernsthaften Interessenten aus, die ins Finale kommen. Zutritt in den Datenraum und damit in streng vertrauliche Bank-Daten erhält dann nur mehr ein kleiner Kreis ausgewählter Kandidaten, die dann bindende Offerte abgeben müssen. Allenfalls werden dann noch die zwei, drei Bestbieter gegeneinander antreten und noch einmal nachbessern können. Bis Jahresende soll der Verkauf vertraglich über die Bühne sein.

"Beobachtet" wird der Verkaufsprozess auch von den Vertretern der amerikanischen Refco-Gläubiger. Mit diesen wurde beim Milliarden-Vergleich der BAWAG ausgemacht, dass sie beim Bank-Verkauf mitschneiden, also 30 Prozent von jener Verkaufssumme erhalten, die 1,8 Mrd. Euro übersteigt - gedeckelt ist die Summe für die Amerikaner aber mit 200 Mio. Dollar. (apa/red)

11.9.2006 11:46