Barcelona-Show zum Champions-League- Auftakt: Siege auch für Chelsea und Bayern
- Barca-Star-Ensemble schlägt Lewski Sofia mit 5:0
- Stranzl mit Spartak chancenlos, Sporting schlägt Inter
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Fünf Heimsiege zu Null, zwei torlose Remis, ein Auswärtserfolg, ein Ausschluss und 22 Treffer (Schnitt 2,75) - das hat der erste Teil der ersten Runde in der Gruppen-Phase der Champions League gebracht. Das erste Tor der acht Spiele fiel durch Andres Iniesta im Camp Nou, wo der Titelverteidiger FC Barcelona gegen den bulgarischen CL-Debütanten Lewski Sofia mit dem 5:0 auch den höchsten Sieg des Abends feierte und sich im Pool A an die Tabellenspitze setzte.
Die Katalanen, die nach dem Pfeiferl des Tiroler Schiedsrichters Konrad Plautz tanzten, starteten bereits zum sechsten Mal mit einem Erfolgserlebnis in die Millionen-Liga und sind nun schon insgesamt 14 Spiele in der Königsklasse ungeschlagen. "So zu gewinnen, gibt uns natürlich noch mehr Selbstvertrauen. Es war ein perfekter Abend für uns und ich freue mich, auch in Scorer-Liste eingetragen zu haben", meinte Barca-Star Ronaldinho, in der der 93. Minute den Schlusspunkt gesetzt hatte.
"Tor-Gewitter im Camp Nou"
Barca ließ sich gegen die Meisterkollegen aus dem Osten auch vom strömenden Regen nicht beirren. "Tor-Gewitter im Camp Nou", schrieb die Zeitung "Sport" und "Marca" befand nach der Auftakt-Gala: "Der FC Barcelona gewinnt mit einer Leichtigkeit, die Angst macht. Das Team kennt keine Gnade." Ungewohnt war nur, dass die Hausherren erstmals in ihrer 107-jährigen Klubgeschichte mit "Dresswerbung" spielten. Auf den rot-blauen Leiberln prangte der Schriftzug de UN-Kinderhilfswerks UNICEF. Der Verein verdient damit kein Geld, sondern spendet in diesem Jahr sogar 1,5 Mio. Euro an die UNICEF.
Mit jeweils 4:0-Erfolgen starteten AS Roma in Gruppe D gegen Schachtjor Donezk und der FC Bayern im Pool B gegen Spartak Moskau. Da wie dort fielen die Treffer erst nach der Pause. "Wichtig war das schnelle Tor nach der Pause. Das hat Erlösung gebracht und Sicherheit gegeben. Danach sah man, dass die Mannschaft über spierlerisches Potenzial verfügt", meinte Bayern-Feldherr Felix Magath zufrieden, der Roy Makaay auf die Ersatzbank gesetzt und im Sturm Claudio Pizarro, Roque Santa Cruz und Lukas Podolski den Vorzug gegeben hatte.
Pizarro (48.) und Santa Cruz (53.) waren es dann auch, die mit dem 1:0 und 2:0 die Weichen zum Sieg stellten, nachdem Martin Stranzl, der vor den Augen von ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger seine Debüt in der Champions League gab und beim ersten Tor ausrutschte, sowie seine Kollegen die Hausherren in der ersten Hälfte gekonnt in Schach gehalten hatten. "In dieser Liga braucht man fußballerisches Knowhow und Erfahrung - wir haben nichts von beiden. Die Bayern erzielten aus sechs Möglichkeiten vier Tore, wir hatten fünf und trafen nicht. Das war der größte Unterschied", resümierte Spartak-Trainer Wladimir Fedotow.
"Mercedes-Elfer" von Ballack
Der zweite, am Dienstag im Einsatz gewesene DFB-Vertreter steht nach dem ersten Spiel mit leeren Händen da. Werder Bremen musste sich in der Barca-Gruppe auswärts Chelsea 0:2 geschlagen geben. Die Entscheidung führte der Deutsche Michael Ballack herbei, der einen Foulelfer zu seinem ersten Tor für die Londoner nützte. "The Sun" nannte den Schuss mit voller Wucht unter die Latte "Mercedes-Elfer". Soll heißen: Präzise und zuverlässig made in Germany. "Für mich läuft's ganz gut, ich fühle mich wohl hier", sagte der Ex-Bayer. Werder-Coach Thomas Schaaf bilanzierte nüchtern: "Wir haben gut gespielt, aber durch zwei Fehler hat Chelsea zweimal getroffen. Auf diesem Niveau darf man sich Fehler nicht leisten."
Inter enttäuscht
Nicht nach Wunsch verlief der Beginn auch für Inter Mailand und den Liverpool FC, der 2005 die Trophäe geholt hatte. Die Azzurri verloren in Gruppe B auswärts gegen Sporting Lissabon durch einen Weitschuss von Marco Caneira 0:1, die Engländer kamen in Eindhoven nach schwachem Spiel von beiden Seiten über ein 0:0 nicht hinaus. "Inter hat im Europacup immer nur Probleme", spottete "La Gazzetta dello Sport". Coach Roberto Mancini kritisierte Starstürmer Adriano ("Er muss mehr geben") und Weltmeister Fabio Grosso ("auch von ihm hätte ich gedacht, dass er seine Sache besser macht").
Während Inters Klubpräsident Massimo Moratti mit finsterer Miene das Alvalade-Stadion verließ, gestand der portugiesische Inter-Star Luis Figo: "Wir haben nicht gut gespielt." Seine Rückkehr in die Heimat hatte er sich ganz anders vorgestellt. Außerdem sah Mailands Neuer, Patrick Vieira, die Gelb-Rote Karte und muss daher im Heimspiel gegen die Bayern in zwei Wochen pausieren.
Torlos endete auch die zweite Gruppe-C-Partie Galatasaray Istanbul - Girondins Bordeaux. Der Toptorschütze des ersten Tages stand in den Reihen von Valencia CF. Der Bezwinger von Red Bull Salzburg in der Qualifikation verdankte das 4:2 in Piräus gegen Olympiakos (Pool D) Fernando Morientes, der dreimal traf. Bis fünf Minuten vor Schluss war es noch 2:2 gestanden. Das griechische Blatt "Sportday" ätzte treffend: "Gute Nacht, Olympiakos."
(apa/red)
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