Spannend wie selten zuvor: F1-Titelduell verspricht zum Herzschlagfinale zu werden
- Schumacher nach Monza-Sieg voll im Aufwärtstrend
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Als die Katze aus dem Sack war, die Dankesworte und ersten Emotionen vorbei waren, kehrte der Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher in Monza wieder zu seinen alten Erfolgstugenden Gründlichkeit und Kampfeslust zurück. "Ich will nach Monza nicht mehr über den Rücktritt sprechen, meine hundertprozentige Konzentration gilt nun den letzten drei Rennen und dem Titelkampf. Die WM ist in greifbare Nähe gerückt", erklärte "Schumi" und stellte klar, dass im zu erwartenden Herzschlagfinale zwischen Leader Fernando Alonso (108 Punkte) und seiner Person (106) kein Platz für Wehmut, Sentimentalitäten oder Ähnliches ist.
Wie stark, cool und abgeklärt der Deutsche ist, stellte er in Monza zum x-ten Mal eindrucksvoll unter Beweis. Den Traumabgang - Rücktrittsbekanntgabe nach einem Heimsieg vor zehntausenden Ferrari-Tifosi in Monza - vor Augen, brachte Schumacher den 90. Sieg seiner Karriere souverän ins Trockene.
Nervenstärke war eben schon immer ein großes Plus des siebenfachen Weltmeisters. "Wenn ich im Auto sitze, dann bin ich immer nur auf ein Ding fokussiert, Ich hoffe, dass ich auch am Saisonende im großen Stil abtreten kann", betonte der 37-Jährige, der mit seiner Rücktrittserklärung nicht nur viele Fans, sondern auch einige italienische Journalisten zum Weinen brachte.
Während Schumacher einen letzten Italien-Auftritt der Marke Hollywood erlebte, war es für Alonso und seinen Teamchef Flavio Briatore ein sportliches Albtraum-Wochenende. Die Strafversetzung nach dem Qualifying auf Startplatz zehn hatte beim Weltmeister-Team heftigsten Ärger ausgelöst, Alonso meinte, die Formel 1 sei für ihn kein Sport mehr.
Briatore stellte sogar fest, dass die WM von der FIA bereits an irgendeinem Tisch zu Gunsten von Schumacher entschieden worden sei. Am späten Abend machte der Italiener dann jedoch einen Rückzieher und sprach von einem "falsch interpretierten Scherz", er habe weiterhin vollstes Vertrauen in die Formel-1-Führung.
Im Rennen gab es dann für Renault als i-Tüpfelchen einen Motorschaden im Boliden des Spaniers. Auch das führte Alonso indirekt auf das umstrittene Urteil - der Spanier soll im Qualifying Felipe Massa behindert haben - zurück. "Wenn du als Zehnter startest, musst du alles ans Limit pushen - dich selbst, das Auto, die Reifen und auch den Motor. Ohne die Strafe hätte ich um den Sieg kämpfen können, denn das Auto war hervorragend. Das Rennen wurde bereits am Samstag abseits der Strecke entschieden", steht für Alonso fest.
Der Spanier hat nun ein wenig Zeit, um den Ärger verrauchen zu lassen und wieder einen kühlen Kopf zu bekommen, denn die WM wird erst am 1. Oktober in Shanghai fortgesetzt. Alonso ist nach wie vor zuversichtlich: "Ich habe keine Sorge um den Titelkampf. Es gibt noch drei Rennen und wir sollten mit neuen Entwicklungen stärker und stärker werden."
Gerhard Berger freut sich trotz aller Nebengeräusche auf das "Grande Finale" zwischen Schumacher und Alonso. "Man sieht, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Jetzt geht's richtig los. Ich glaube, dass es eine Reifenschlacht werden wird. Für die Fans könnte es auf jeden Fall nicht spannender sein", lautet die Prognose des Toro-Rosso-Mitbesitzers.
Und auch Alexander Wurz, der kommende Saison als Williams-Grand-Prix-Pilot auf Duelle mit "Schumi" verzichten darf bzw. muss, blickt einem "Herzschlagfinale" entgegen. Der derzeitige Trend spreche auf jeden Fall für den Deutschen: "Schumacher wird nach der Bekanntgabe völlig befreit und entfesselt sein. Alonso hingegen angefressen auf die ganze Welt", glaubt Wurz.
(apa/red)
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