"Interview mit Tochter zu früh": Kampusch-Vater übt Kritik an Betreuer Max Friedrich
- Vater konnte Kampusch nur unter Aufsicht sprechen
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Ludwig Koch, Vater des Entführungsopfers Natascha Kampusch, hat in einem Interview mit dem italienischen Staatssender RAI 2 offen Kritik an Jugendpsychiater Max Friedrich geübt, der seine Tochter betreut. Das Fernseh-Interview seiner Tochter sei zu früh erfolgt. Unterdessen soll das Anwesen des Kampusch-Entführers Wolfgang Priklopil in Strasshof punktgenau umgegraben werden.
"Friedrich selber hatte kurz nach der Befreiung behauptet, dass Natascha Zeit zur Erholung brauchte. Ich hätte ihr mehr Zeit vor einem öffentlichen Auftritt gelassen, mindesten einen oder zwei Monate. Sie hätte es sich verdient", sagte Koch, der im Rahmen der mittäglichen Talk-Show "Piazza Grande" von Moderator Giancarlo Magalli interviewt wurde.
"Mehrere Psychiater haben mir versichert, es wäre das Beste, wenn Natascha sich bei ihrer Familie erholen würde. Auch die Familie sollte unterstützt werden. Friedrich meint es aber anders und die Situation ist, wie sie ist", meinte der Mann.
Vater konnte nur unter Aufsicht mit Kampusch sprechen
Koch erzählte, dass er seine Tochter im Krankenhaus getroffen habe. "Ich habe sie in Anwesenheit eines Betreuers getroffen. Ich weiß nicht, ob es das Richtige ist. Es wäre sicher gut für meine Tochter, wenn sie frei mit ihrem Vater sprechen könnte. Jetzt ist sie gefangen wie vorher. Die Ärzte entscheiden, wie oft ich sie sehen darf. Friedrich will zu verstehen geben, dass Natascha es so will. Das stimmt aber nicht. Natascha wollte im Krankenhaus ein Bild mit mir machen, Friedrich hat aber nein gesagt", erklärte Koch.
Unterdessen soll auf dem Anwesen von Kampuschs Entführer in Strasshof punktgenau gegraben werden. Der Sachverständige für Grabungsarbeiten gab am Montag seinen "Befund" nach der Untersuchung des Grundstücks ab, so dass die Ermittler nun gezielt in die Tiefe gehen können.
(APA)
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