Jugendarbeitslosigkeit als Wahlkampfthema: ÖVP will Wartezeit auf Job deutlich verkürzen
- Bartenstein: Maximal drei Monate ohne Arbeitsplatz
- Gusenbauer über "leere Versprechungen" verärgert
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Nachdem die ÖVP bei ihrer Klausur angekündigt hat, die Jugendarbeitslosigkeit "zum Verschwinden" bringen zu wollen, haben auch SPÖ und BZÖ die Jugendarbeitslosigkeit thematisiert. Beide Parteien konstatieren eine zu hohe Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen. Arbeitsminister Martin Bartenstein versprach indes, dass in Zukunft kein Jugendlicher länger als drei Monate auf einen Arbeitsplatz warten müsse.
Bartenstein sagte, das AMS sei angewiesen, Jugendliche innerhalb von drei Monaten zu vermitteln oder einen Ausbildungsplatz anzubieten. So könnte, gemäß dem ÖVP-Ziel, die Jugendarbeitslosigkeit zum Verschwinden gebracht werden. Der Mitteleinsatz in der Arbeitsmarktpolitik für Jugendliche wurde kontinuierlich ausgebaut, so der Minister. Im August waren in Österreich 34.211 Jugendliche von 15 bis 24 Jahre ohne Job, um 11,2 Prozent weniger als vor einem Jahr, so Bartenstein. Kritik an den Aussagen des Ministers gab es von der Sozialistischen Jugend sowie von SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures.
"Leere Versprechungen" gegen "klare Konzepte"
Auch für SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer sind das "leere Versprechungen", wohingegen seine Partei "klare Konzepte" anzubieten habe. Die SPÖ konstatiert eine immer größer werdende Lehrstellenlücke und fordert gemäß ihrem 10-Punkte-Programm unter anderem eine Ausbildungsgarantie für jeden Jugendlichen, sowie eine finanzielle Unterstützung für ausbildende Betriebe durch einen Lehrlingsfonds. Die Jugendarbeitslosigkeit könnte nur durch eine "echte Qualifizierung statt Verstecken in Schulungen" bekämpft werden, sagte Gusenbauer. Er bekräftigte sein Versprechen, in den nächsten vier Jahren die Jugendarbeitslosigkeit halbiert zu wollen.
Die ÖVP warf Gusenbauer daraufhin vor, ein "Ankündungsriese" und "Umsetzungszwerg" zu sein, wie ÖVP-Sozialsprecher Walter Trancsits sagte. Die Bundesregierung habe ein Bündel an Maßnahmen verabschiedet, dessen positive Auswirkungen auf den Jugendarbeitsmarkt die SPÖ nicht "krankjammern" solle.
Westenthaler fordert "gesellschaftliche Umbildung"
Auch BZÖ-Chef Peter Westenthaler hält die Jugendarbeitslosigkeit für "eindeutig zu hoch". Er forderte eine "gesellschaftliche Umbildung" und eine "Renaissance der handwerklichen Berufe" in Österreich, denn im Moment sei das Prestige der Lehrberufe zu schwach. Das BZÖ tritt für eine Entlastung der Lehrlinge bei den Kosten der Berufsreifeprüfung ein sowie für eine Reform der Berufsschulen zur Modernisierung der Ausbildung. Auch spezielle Prämien für zusätzliche Lehrplätze in Unternehmen kann sich Westenthaler vorstellen. (apa/red)
(apa/red)
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