Streit um 'echte Freiheitliche': Haider und Stadler in TV-Diskussion unversöhnlich
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Das gespaltene Dritte Lager präsentiert sich weiter unversöhnlich. In der ORF-Diskussion "Offen gesagt" trafen erstmals seit der Spaltung vor eineinhalb Jahren die einstigen Weggefährten und heute verfeindeten Kontrahenten Jörg Haider vom BZÖ sowie Volksanwalt Stadler und EU-Parlamentarier Mölzer von der FPÖ öffentlich aufeinander. Beide beanspruchten für sich, die "echten Freiheitlichen" zu sein.
Stadler betonte, "das Dritte Lager wird von der Freiheitlichen Partei vertreten". Das BZÖ habe kein Recht auf die Nachfolge des Dritten Lagers. "Das wirkliche freiheitliche Potenzial ist bei der FPÖ", so Stadler. "Es gibt keine Zusammenarbeit mit Verrätern, mit Leuten, die versucht haben, das Dritte Lager kaputt zu machen", gab er sich unversöhnlich. Mölzer bezeichnete die Abspaltung des BZÖ als Versuch eines "Vernichtungsschlags". Daraus geworden sei jedoch eine "Wiederfindung" der Freiheitlichen Partei.
Haider verwies darauf, dass die Wahlbehörde dem BZÖ die Bezeichnung "Freiheitliche" zugestanden habe. Daher trage das BZÖ "mit Recht" den Titel "Freiheitliche". Seit 1986 - als Haider in Innsbruck die Macht in der FPÖ übernommen hatte - sei es zu einer Verbreiterung der Wählerschaft gekommen, "die die FPÖ nie gehabt hat" - weit über das traditionelle Dritte Lager hinaus, so BZÖ-Gründer Haider. Das BZÖ gehe heute "ideologiefrei an die Probleme heran".
Der Politologe Fritz Plasser meinte, das Dritte Lager trete bei der Nationalratswahl mit "zwei Filialen an - mit einer kleineren und einer größeren". Die FPÖ sei derzeit in Richtung neun Prozent unterwegs "mit Potenzial nach oben". Das BZÖ sieht er nicht - wie die meisten Meinungsforscher - bei zwei Prozent "zusammengebrochen". Laut Plasser ist die Chancen für ein Grundmandat des BZÖ in Kärnten intakt.
(apa)
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