Übernahme von Tierpark Herberstein fix: Land Steiermark einigte sich auf Verträge
- Schützenhöfer & Voves mit Verwirrung bei Sponsoren
- Einer oder zwei Mäzene sollen Pacht teils übernehmen
Die steirische Landesregierung hat einstimmig die Übernahme des oststeirischen Tierparks Herberstein beschlossen. Dies teilten Landeshauptmann Franz Voves und LHStv. Hermann Schützenhöfer im Pressefoyer nach einer Regierungssitzung mit. Das Land zahlt pro Jahr eine Pacht von 92.500 Euro für 20 Jahre und übernimmt den jährlichen Betriebsabgang von einer Mio. Euro. Aufhorchen ließen Voves und Schützenhöfer mit der Ankündigung eines Sponsors: Jeder der Regierer meinte, "ihr" jeweiliger Sponsor werde fünf Jahre lang die Pacht übernehmen. Während Schützenhöfer den Sponsor nannte - die Shopping City Seiersberg - herrschte um den von Voves genannten noch Rätselraten. Es dürfte sich aber nicht um das selbe Unternehmen handeln.
Sechs Einzelverträge sind zum Abschluss der Causa Herberstein notwendig: Das Land Steiermark wird eine Steirische Tiergarten GmbH gründen, die ab dem 1. Oktober 2006 den Tierpark Herberstein übernehmen soll, womit die Fortführung des Tierparks als wissenschaftlicher Zoo der Kategorie A mit acht Jahresmonaten Öffnungszeit gesichert sei, so Schützenhöfer. 2007 sollen eine Bärenanlage, ein Affenhaus, ein Pelikan-Vari-Teich bzw. ein Antilopen-Stall realisiert werden.
Über die Sponsoren herrschte ein wenig Verwirrung: Schützenhöfer nannte die Shopping City Seiersberg, die schon unter LH Waltraud Klasnic Geld zugeschossen hatte. Voves hingegen kündigte an, dass er eine mündliche Zusage eines Mäzen habe: Dieser wolle sowohl fünf Jahre die Pacht übernehmen, als auch noch einmal fünf Mal 100.000 Euro über die nächsten fünf Jahre in ein anderes wichtiges, bereits bestehendes Leitprojekt investieren. Dazu komme noch eine Zuwendung für ein soziales Vorhaben. Auf Nachfrage meinte Voves, der Sponsor wolle solange nicht genannt werden, so lange die Verträge noch nicht unterzeichnet seien.
Die Pacht für den Kernbereich Tierpark mit einer Fläche von 226.989 Quadratmeter beginnt ab 1. Oktober und ist auf 20 Jahre angesetzt. Der jährliche Bestandszins beträgt 92.500 Euro, auf 20 Jahre also 1,85 Mio. Euro. An die Pachtflächen des Kernbereichs angrenzende Grundstücke mit der Gesamtfläche von 113.403 Quadratmetern werden zum Preis von 524.300 Euro erworben. Alle dem Tierpark zuzuordnenden Fahrnisse - Betriebs- und Geschäftsausstattung wie Kassa, Fahrzeuge, Wirtschaftsgeräte - werden um einen Pauschalpreis von 230.000 Euro übernommen.
Alle diese Zahlungen des Landes fließen auf ein Treuhandkonto und werden zur Abdeckung von Verbindlichkeiten gegenüber Drittgläubigern verwendet. Laut Schützenhöfer entscheide der mit der Verwaltung des Kontos beauftragte Rechtsanwalt über die Auszahlungen. Da das Land hier auf die Mitsprache verzichte, sichere man sich gegen mögliche, noch nicht bekannte Verbindlichkeiten Herbersteins ab. (apa/red)










