Österreichs Spitäler brauchen zu viel Blut: Studie beschreibt Einsparungsmöglichkeiten
- 60 % Minus bei orthopädischen Eingriffen möglich
- Rauch-Kallat: "Flächendeckende Maßnahmen" setzen
In österreichischen Krankenhäusern werden bei Operationen zu viele Blutkonserven verbraucht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Gesundheitsministeriums, die in einer Pressekonferenz im Linzer Allgemeinen Krankenhaus vorgestellt worden ist.
Die genaue Betrachtung geplanter Eingriffe wie Hüft-, Knie- oder Bypass-Operationen habe gezeigt, dass es zwischen den einzelnen Krankenhäusern große Unterschiede gebe, hieß es in der Pressekonferenz: Bei der Berechnung des Blutverlustes würden die Zahlen um das Dreifache variieren, beim Verbrauch von Fremdblut gar um das Sechsfache. Bei orthopädischen Operationen bestehe ein Einsparungspotenzial von 60 Prozent.
Für die Zukunft seien daher Strategien gefordert, bereits erfolgreich durchgeführte blutsparende Maßnahmen weiter zu entwickeln beziehungsweise die Notwendigkeit von Bluttransfusionen überhaupt zu minimieren, so die Mediziner. Wenn zu viele Blutkonserven verwendet werden, habe das nicht nur ökonomische Auswirkungen, auch die Infektionsgefahr beim Patienten steige.
Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat sagte im Ö1-Mittagsjournal, sie wolle den Experten nicht vorgreifen. Die Ergebnisse der Studie seien nun aus ärztlicher Sicht zu prüfen, dann könne man "flächendeckende Maßnahmen" - etwa Richtlinien für Spitäler, wie viele Blutkonserven verwendet werden dürfen - setzen. Als Zeitrahmen nannte die Ministerin "im Laufe des Jahres 2007". "Optimale Sicherheit" für alle Patienten müsse gewährleistet werden, so Rauch-Kallat. (APA/red)
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