Mittwoch, 6. September 2006

Die geheime Kraft der Pflanzen

Die moderne Medizin hat ein neues Multitalent entdeckt: die sekundären Pflanzenstoffe. Sie sind hochwirksam im Kampf gegen freie Radikale & verlangsamen die Alterung.

Bisher existierte unanfechtbar ein Superstar in der modernen Ernährungslehre – nämlich die Vitamine. Doch dieses Prädikat können sie nicht für sich allein beanspruchen. Die Medizin hat neue, viel potentere Inhaltsstoffe entdeckt, die so genannten sekundären Pflanzenstoffe. Sie werden von Ernährungswissenschaftlern gerne die neuen „Vitamine der Zukunft“ genannt. Doch was macht die sekundären Pflanzenstoffe so effektiv im Schutz gegen Krankheiten und Alterung? Die Pflanzen produzieren sie eigentlich zu ihrem eigenen Schutz. Farb- und Aromastoffe, Schutzstoffe gegen Schädlinge und Krankheiten, Lichtschutzfaktoren gehören genauso dazu wie pflanzliche Giftstoffe, Säuren und Hormone. Für den menschlichen Organismus können diese Pflanzenstoffe sehr hilfreich sein. Sie schützen uns vor Bakterien und Viren. Sie senken den Cholesterin-, Östrogen- und Blutzuckerspiegel, bringen den Darm auf Trab und wirken als Antioxidantien. Anti-Aging-Spezialist Markus Metka: „Unumstritten ist auch die Bedeutung der Pflanzeninhaltsstoffe für die Verzögerung des Alterungsprozesses, als Schutz vor Schlaganfällen und Herzinfarkten. Ernährungsstudien zeigen, dass den einzelnen sekundären Pflanzenstoffen sogar eine stärke Wirkung zukommt als den Vitaminen. Eine Tomate muss den ganzen Tag über in der prallen Sonne aushalten, ohne dabei einzugehen, dabei entwickeln sich unheimlich starke Schutzmechanismen, eben diese sekundären Pflanzenstoffe.“

„Neue Vitamine“ verlängern das Leben. Unter den fast 30.000 sekundären Pflanzenstoffen, die derzeit erforscht werden, haben die Ernährungswissenschaftler ein Quartett definiert, das als besonders hochkarätige „Anti-Aging-Substanz“ gilt. Metka: „Den Isoflavonen, Lycopin, Resveratrol und den Olivenpolyphenolen wird sogar eine lebensverlängernde Wirkung zugeschrieben.“ Manche sekundäre Pflanzenstoffe verfügen über eine ähnliche chemische Struktur wie das weibliche Sexualhormon Östrogen, die so genannten Phytohormone. Diese einmaligen Inhaltsstoffe machen die Phytohormone zu unverzichtbaren Substanzen in der Anti-Aging-Medizin.

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6.9.2006 19:25