Mittwoch, 6. September 2006

Angeschlagene BAWAG vor dem Verkauf: Mindestens 15 Bieter an Bank interessiert

  • Kauf-Interesse an Gewerkschaftsbank durchaus groß
  • Verkauf an "Heuschrecke" nicht unwahrscheinlich

Voraussichtlich 15 Bieter werden bis Freitag ein unverbindliches Angebot fpr die BAWAG P.S.K. stellen. Das Interesse an der zum Verkauf stehenden Gewerkschaftsbank ist durchaus groß. Bei den Interessenten handelt es sich einem Bericht zufolge fast ausschließlich um ausländische Gruppen, darunter auch große Investmentfonds.

Folgende Institute sind laut "Kurier" an der BAWAG P.S.K. interessiert: Bayerische Landesbank, OTB (Ungarn), Allianz-Versicherung, Deutsche Postbank, DZ-Bank (Deutschland), Bank Austria Creditanstalt (BA-CA)/Unicredit, Intesa/Generali sowie - als neuer Interessent - der französische Credit Agricole.

Erwartet werde auch, dass sich Raiffeisen wenigstens an dieser Runde noch beteiligen wird. Ob die DZ mitmacht, sei noch nicht klar. Dazu komme wahrscheinlich die ukrainische Ukrpodshipnik, die sich um die Bank Burgenland bemüht hat. Auch eine russische Bank sei unter den Interessenten.

Schwer durchschaubare Gruppen seien als Bieter eher unwahrscheinlich, da die Finanzmarktaufsicht bei Banken ihre Zustimmung zum Verkauf geben müsse. Spannend werde es bei den großen Investmentfonds, die gerne als "Heuschrecken" bezeichnet werden. Aus Banken sei zu hören, so die Zeitung, dass sich wenigstens vier derartige US-Fonds um die Bank bemühen: Cerberus, Apollo, Flowers, Texas Pazific Group. Hinter den klingenden Namen verbergen sich milliardenschwere Fonds, die in Banken investieren.

Die Möglichkeit, dass der ÖGB die Bank ausgerechnet an eine "Heuschrecke" verkauft, sei - so Banker - nicht zu unterschätzen, schreibt die Zeitung weiter. Denn diese werden beim Preis deutlich höher gehen können als strategische Investoren dies üblicherweise tun.

Im Offert müssen bereits Preisvorstellungen genannt werden. Eingesammelt werden die Unterlagen von der Investmentbank Morgan Stanley. Der ÖGB als Verkäufer hoffe auf einen Verkaufspreis um 2,5 Milliarden Euro. Als Kaufpreis mindernd machen Interessenten geltend, dass es aus dem Refco-Vergleich (etwa steuerliche) Unsicherheiten gibt, heißt es. (apa/red)

6.9.2006 18:50