Montag, 4. September 2006

BAWAG-Verkauf: SPÖ-Finanzsprecher Matznetter rechnet mit zwei Mrd. Euro Erlös

  • Hoffen auf Beteiligung österreichischen Kernkapitals

SPÖ-Finanzsprecher Christoph Matznetter rechnet beim bevorstehenden Verkauf der BAWAG mit einem Erlös von etwa 2 Mrd. Euro. Eine echte Benachteiligung heimischer Bieter, wie zuletzt von der Wiener Städtischen beklagt, sieht Matznetter nicht. Da ohnehin an den Bestbieter verkauft werden müsse, werde die "Kontrolle" durch die Refco-Anwälte auch nicht schlagend.

Matznetter würde sich eine österreichische Lösung wünschen, man müsse aber auch sehen, dass es in Österreich nur wenige Unternehmen gebe, die mit der nötigen Finanzkraft ausgestattet seien, um die BAWAG kaufen zu können. "Ich halte es aber für durchaus möglich, dass am Ende des Tages auch österreichisches Kernkapital in dem Käufer-Konsortium drinnen ist", so Matznetter. Generell sei aber wichtig, dass der Preis für die Bank möglichst hoch wäre: "Der ÖGB braucht ja wirklich jeden Cent."

Befürchtungen, dass bei einer österreichischen Lösung zahlreiche Arbeitsplätze gefährdet sein könnten, wies Matznetter zurück. Dies wäre nur dann zu befürchten, wenn ein "Wiener Platzhirsch" die Bank übernehme. Dann wäre die hohe Filialdichte ein Problem, ansonsten sei dies eher ein Plus für die Bank.

Allerdings werde in den kommenden Jahren im Bereich Banken und Versicherungen die Frage der Arbeitsplätze "generell akut werden, das aber unabhängig vom BAWAG-Verkauf".
(apa/red)

4.9.2006 11:56