"Abgang ist größer als Zugang": Anzahl
der Personen bei Altersteilzeit rückläufig
- Im August laut AMS nur 29.990 Menschen beschäftigt
- Verschärfte Bestimmungen bei Ersatzkraft-Anstellung
·Arbeitskosten der EU
höher als in Österreich
Mit 2,2 % Zuwachs pro Jahr unter Durchschnitt
·8,4 Prozent weniger Arbeitslose im August
Schulungen haben aber um 21,8% zugenommen
·Wohlstands-Skala: Österreich auf Platz 4
Kaufkraft pro Kopf und Nase liegt bei 18.545 Euro
Die Zahl der Altersteilzeit-Bezieher ist weiter rückläufig, "der Abgang ist größer als der Zugang", heißt es aus dem Arbeitsmarktservice (AMS). Nach einem absoluten Rekord im Dezember 2003 mit 42.371 Personen, die die Möglichkeit der Altersteilzeit in Anspruch genommen haben, sank diese Zahl kontinuierlich bis August 2006 auf nunmehr 29.990, geht aus den neuesten Zahlen des AMS hervor. Das ist ein Rückgang um 29,2 Prozent.
Der Entwicklung ist laut AMS auf mehrere Faktoren zurückzuführen. So sind jene, die bis 31. März 2003 in Altersteilzeit gegangen sind, beim Pensionsantritt begünstigt gewesen. Für diese Personen galt die Regelung vor dem Pensionsstichtag 2004, also sie müssen als Männer spätestens mit 61,5 Jahre in den Ruhestand treten, als Frau spätestens mit 56,5 Jahren. Die Bezieher, die danach die Altersteilzeit in Anspruch genommen haben, müssen schon mit dem schrittweise erhöhten Pensionsantrittsalter rechnen.
Ein weiterer Grund ist die verschärfte Zugangsregelung für Unternehmer. So muss beim so genannten "Blockmodell" - bei einer Altersteilzeit von beispielsweise vier Jahren werden die ersten zwei Jahre voll gearbeitet und dann überhaupt nicht mehr - eine Ersatzkraft zwingend von der Firma angestellt werden. Wenn man ohne das "Blockmodell" arbeitet, sprich die Altersteilzeit beispielsweise vier Jahre hindurch mit 50 Prozent in Anspruch nimmt, muss der Unternehmer zwar keine Ersatzkraft einstellen, allerdings erhält er in diesem Fall auch nur die Hälfte des AMS-Zuschusses, was wiederum das Modell nicht lukrativ genug machen dürfte.
Von 2000 bis August 2006 wurden bisher insgesamt mehr als 2,1 Milliarden Euro ausgegeben. Die Kosten von 2006 bis 2014 werden inklusive der Vorbelastungen mit weiteren 884 Millionen Euro angegeben. (apa/red)
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