Möbel "made in China": Fernöstliche Exportmaschine arbeitet immer schneller
- WKO-Prognose: "Nächste Welle werden Möbel sein!"
- Importe aus Fernost steigen schneller als Exporte
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Nur die Finnen sind noch negativer eingestellt
"China ist eine Exportmaschine", sagte der österreichische Handelsdelegierte in Peking, Kurt Müllauer, in einer Pressekonferenz. 90 Prozent aller Handys, die weltweit vertrieben werden, kommen von dort, ebenso 70 Prozent aller Spielzeugwaren, 50 Prozent aller Kameras und 40 Prozent aller Schuhe. Die Importwelle rollt auch nach Österreich. Derzeit ist China bereits der viertgrößte Lieferant. "Und in wenigen Monaten wird das Land Platz drei - vor Frankreich - einnehmen", ist Müllauer überzeugt. "Die nächste Welle werden Möbel sein", sagt der Außenhandelsexperte der Wirtschaftkammer Österreich (WKO) voraus.
Gemeinsam mit Japan, Australien, Korea, Hongkong , Taiwan und Neuseeland wird China aber auch ein immer wichtigerer Abnehmer für österreichische Waren. Die Exporte nach Fernost und Australien haben im ersten Halbjahr um fast 17 Prozent auf 2,13 Mrd. Euro überdurchschnittlich zugelegt. In der Region stechen China und Japan als die stärksten Magnete für heimische Produkte hervor. "Das ist die Region, wo die Musik spielt", betont der Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) in der Wirtschaftskammer (WKO), Walter Koren. Denn überdurchschnittliche Wachstumsraten seien dort auch in den kommenden Jahrzehnten zu erwarten.
Importe aus Fernost steigen schneller als Exporte
Unter dem Strich stiegen die Importe aus der Region Fernost und Australien jedenfalls beachtlicher als die österreichischen Ausfuhren dorthin. Der Wert der Einfuhren erhöhte sich in den ersten sechs Monaten um fast 22 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich ein Außenhandelsminus von fast 1,5 Mrd. Euro für die Österreicher. Tendenz weiter steigend. Der Warenstrom von China nach Österreich ist schon heute drei Mal so stark wie von Österreich nach China.
Die Chinesen fahren eine aggressive Preispolitik. "Da wirkt sich auch eine Anti-Dumping-Steuer von 20 oder 30 Prozent auf Schuhe nicht sehr wesentlich aus", so der Handelsdelegierte in Peking. Chinesische Marktoffensiven seien auch auf dem Automobilsektor zu erwarten. Schon heute ist China der zweitgrößte Hersteller der Welt. "Heuer werden dort rund 6,4 Millionen Fahrzeuge produziert", betont Müllauer und appelliert an die österreichischen Automobilzulieferer, sich diesen Markt verstärkt anzuschauen.
Für Österreich durchwegs positiv gestaltet sich die Handelsbilanz mit Australien. Die Exporte dorthin legten im ersten Halbjahr 2006 um gut 18 Prozent auf 278 Mio. Euro zu. Die Importe aus Australien lagen bei nur 39 Mio. Euro (plus 46 Prozent). Die heimischen Unternehmen profitieren vom Bergbau-Boom und vom zunehmenden Wohlstand auf dem Kontinent. Stark nachgefragt sind dort die Leistungen der heimischen Bahnbaufirmen für die Erzzüge und die österreichische Biotechnologie, aber auch traditionelle Industrie- und Luxusgüter. Besonders gute Chancen attestiert der Handelsdelegierte in Sydney, Roman Rauch, der heimischen Wasser-Branche. Australien sei der trockenste Kontinent der Welt und leide vielerorts an Wassermangel.
(APA/red)
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