ÖBB-Kritik wird immer heftiger: Forderung nach Sondersitzung zu hohen Beraterkosten
- Ex-Minister Böhmdorfer fordert 'radikalen Kassasturz'
- Grünen sprechen von "Sodom und Gomorra" bei ÖBB
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Affäre bei den ÖBB
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Lokal mit Firmen-Karte
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Gewerkschaft sauer: Von Vorstand "beschimpft"
Die Österreichischen Bundesbahnen kommen nicht zur Ruhe. Nun verlangt ÖBB-Aufsichtsrat Böhmdorfer eine Sondersitzung zu den hohen Beraterkosten der Bahn. Das Pikante daran: Der Ex-Justizminister arbeitete selbst als Rechtsberater bei den Bahnen und hatte in der Vergangenheit Kritik daran zurückgewiesen.
Erst Ende vergangener Woche hatte SPÖ-Rechnungshofsprecher Kräuter eine Rechnungshofprüfung der Privatausgaben von ÖBB-Managern angekündigt. Hintergrund sind Privatfeiern, die teilweise auf ÖBB-Kosten bezahlt worden sein sollen. Eine interne Revision soll genau nachprüfen, was Manager möglicherweise an Privatausgaben durch Firmenkarten beglichen haben. Allerdings sollen die Ergebnisse erst am 2. Oktober vorliegen - einen Tag nach der Nationalratswahl.
Damit nicht genug, befindet sich die Bahn nun auch noch im Polit-Hick-Hack. Hintergrund ist die Ankündigung von Bahnchef Huber, die Politik aus den Bundesbahnen zu verbannen. Doch genau das gelte offenbar für die ÖVP nicht, kritisierte Kräuter. Er bezog sich dabei auf einen aktuellen Bericht des Nachrichtenmagazins "profil", wonach neben Werbung für die ÖVP auf Bahnhöfen auch noch künftig die ÖVP- Publikation "austriaplus" in den Zügen aufliegen soll. Der Ex- Baumanager Huber war bei seiner Amtsübernahme eingetragenes Mitglied der ÖVP.
Nun schießt sich auch noch Aufsichtsrat Böhmdorfer auf das Management ein. Laut der Tageszeitung "Österreich" fordert er einen "radikalen Kassasturz" bei den Beraterkosten. Dem Bericht zufolge will jedoch ÖBB-Aufsichtsratschef Reithofer keine außerordentliche Aufsichtsratssitzung, diese wäre vor der Nationalratswahl am 1. Oktober eine "reines Politgeplänkel".
Nach Meinung der Grünen herrscht bei den ÖBB "Sodom und Gomorra". Die Bahn ist "nach der schwarzen Wende permanente Stammkundschaft beim Rechnungshof", kritisierte der Grüne Werner Kogler. Er forderte in seiner Funktion als Vorsitzender des Rechnungshofausschusses eine weitere Prüfung der Bundesbahn durch den Rechnungshof. (apa/red)
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