10.9.2006 19:32

'Revoluzzer' Pogatetz hofft auf Comeback im Team: "Glaube noch immer an Chance"

  • Teamchef Hickersberger: Pogatetz ein "guter Bub"
  • Jürgen Werner "empört" über Vorwürfe von Weber

Der nach seiner Teamchef-Kritik aus dem österreichischem Fußball-Nationalteam eliminierte Emanuel Pogatetz hat seine Ambitionen beteuert, wieder im ÖFB-Team zu spielen. "Ich habe die Hoffnung auf die EM-Endrunde nicht aufgegeben, wollte nur zeigen, wie wir uns verbessern können. Ich glaube immer noch an die Chance, mich im Team beweisen zu können", meint der Verteidiger.

Zu seinen Aussagen stehe er nach wie vor, auch wenn es "vielleicht besser gewesen wäre, die Probleme vorher intern anzusprechen", erklärte der England-Legionär in der ORF-TV-Sendung "Sport am Sonntag". Den von Heribert Weber geäußerten Anschuldigungen (Pogatetz' Manager Jürgen Werner habe "eine sehr gute Beziehung zum Technischen Direktor Willi Ruttensteiner") erteilte der Middlesbrough-Legionär eine Abfuhr: "Ich habe das nicht aus persönlichen Gründen gesagt, um jemand anderen zum Teamchef zu machen. Das ist kompletter Blödsinn."

Auch Jürgen Werner zeigte sich in einer Aussendung "empört" über die Vorwürfe von Weber, "zumal sie jeglicher Grundlage entbehren". "Ich weiß nicht genau, was Heribert Weber, den ich als tadellosen Sportsmann kennen gelernt habe, da geritten hat. Auf jeden Fall sind seine Äußerungen für unsere Agentur ruf- und geschäftsschädigend und ich lasse meine Rechte in diesem Zusammenhang gerade prüfen. Unsere Agentur 'Stars & Friends' beschäftigt sich mit Transfers, Verträgen und Karriereplanung und nicht mit dem Spinnen von Intrigen gegen Trainer u.ä.", betonte Werner.

"In der Zeit, in der ich Manager des FC Linz war, war Willi Ruttensteiner zusammen mit Georg Zellhofer unser Trainer. Seit er nach Wien gegangen ist beschränkt sich unser Kontakt auf 'small talk' bei zufälligen Begegnungen bei Spielbeobachtungen. Ich habe Josef Hickersberger als Fußballfachmann und vor allem als hervorragenden Menschen kennen gelernt und würde ihn nicht hintergehen", bekräftigte der Oberösterreicher.

"Guter Bub"
Der Teamchef bezeichnete Pogatetz als "guten Bub". Er habe mit dem 23-Jährigen gleich nach seinen Aussagen telefoniert, könne verstehen, dass er unzufrieden ist. "Er hätte zu jeder Tages- und Nachtzeit zu mir kommen können. Aber als 58-jähriger brauche ich mich nicht rechtfertigen, mit welchen taktischen Aufgaben ich eine Mannschaft aufs Feld schicke", meinte der Niederösterreicher.

"Vielleicht habe ich in der ersten Reaktion nicht richtig reagiert - das war vielleicht nicht klug. Ich bin ein Trainer, der sich vor die Mannschaft stellt und immer das Positive sucht", sagte Hickersberger, der im Anschluss an die 0:1-Niederlage gegen Venezuela u.a. von "Mimosen" in der Mannschaft gesprochen hatte. Pogatetz habe erst am Samstag wieder bei ihm angerufen und sich entschuldigt. "Ich habe ihm klar gemacht, dass ich Sanktionen setzen muss. Jeder muss einsehen, dass man nicht irgendetwas von sich geben kann."

(apa/red)

10.9.2006 19:32
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